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Leider gestatten alle diese Zahlen keinen Schluß auf die künftige
Leistungsfähigkeit der Insel. Denn Niemand vermag zu übersehen, inwie
weit während der letzten Jahre bereits die besseren Zustände auf der Insel
und die bessere Arbeit in den Fabriken mitgewirkt hat, Niemand and;,
inwieweit eine Ausdehnung der Rohrpflanzungen und eine größere Er
giebigkeit derselben in Aussicht steht.
18. Schiffahrt und Handel.
Der Seeverkehr der Insel hat lange Zeit unter den Bevorzugungen
gelitten, welche der spanischen Flagge eingeräumt loaren. Ueberdies lasteten
alls den Schissen schwere Abgaben und sie mußten sich in den Häfen
allerlei chicanöse Maßregeln gefallen lassen, deren Fortdauer noch der
Consulatsbericht von 1884 bezeugt. Ein Beispiel dafür bietet die Ver
ordnung vom 2. April 1875, welche vorschreibt: Alle ausgehenden Fahr
zeuge werden von einem Polizeibeamten besucht, welcher von den Pässen
der Passagiere Einsicht nimmt. Passagiere ohne Paß werden sofort wieder
ausgeschifft; sie haben 100 pesos Buße zu zahlen ev. 2 Monat Haft zu
erleiden. Für jeden paßlosen Passagier zahlt der Capitän oder ev. der
Consignatär 200 pesos Strafe; gleiche Strafe der Consignatär, der ohne
Vorzeigung eiiles Passes den Fahrschein ausgiebt. Consignatäre fremder
Schiffe haben 2 Stunden vor der Abfahrt dern Polizei-Inspector eine
Liste der Passagiere zuzustellen, bei 100 pesos Strafe.
Aus der vorerwähnten Tabelle über die Produktion ergiebt sich zugleich,
welche Verschiebung im Laufe der Jahre bei dem Znckerhandel mit dem
Auslande stattgefunden hat. Seit einiger Zeit erscheinen die Vereinigten
Staaten von Nordmnerika nicht blos als die fast ausschließlichen Abnehmer
der cubanischen Melasse, sondern auch als die von Jahr zu Jahr stärkeren
Käufer für Zlicker, neben denen überhaupt nur noch das Mutterland
Spanien in Betracht konunt. England, welches noch in den Jahren 1868
bis 1870 ebensoviel oder mehr als die Vereinigten Staaten bezog, erhält
neuerdings fast nichts mehr ans Cuba; ebenso ist Frankreich aus der
Reihe der Bezngsländer ausgeschieden. Dem amerikanischen Verkehre kommt
die kürzere Reise und die damit verbundene billigere Fracht zu statten.
Ueberdies ist auch die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten an wichtigen
Bedarfsartikeln, wie an Mehl, Fleisch, Fett, Kohlen u. dergl. sowie an
Edelmetallen, sehr bedeutend und in stetem Wachsen begriffen, so daß es
an Rückfracht nicht fehlt. Auch einzelne Sonderbestinnnungen kommen
beut Verkehr zu Gute, iute z. B. die, daß leere Fässer, welche nachweislich
von Cuba mit Melasse ausgegangen waren, aus New-Iork zollfrei wieder
dorthin eingebracht werden dürfen. Neuerdings sind auch der amerikanischen
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