Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

Dana  am  30.  Juni  1872  für  49  Millionen  dollars  (170  Millionen  Mark)
ausgegeben,  wovon  12  Millionen  für  eigene  Rechnung  und  37  Millionen
für  Rechnung  der  Regierung.  Wo  in  der  Tabelle  E  bei  einzelnen  Jahren
die  Rubriken  nicht  ausgefüllt  sind,  hat  die  betreffende  Zahl  nicht  ermittelt
werden  können.
Endlich  wird  noch  eine  Nachweisung  der  Preise  für  Zucker  beigefügt,
loie  sie  in  Havana  notirt  worden  sind.  Erst  in  neuerer  Zeit  werden  sie
gleichmäßig  für  die  vier  Sorten:  clayed  =  gedeckter  Zucker,  centristigirter,
Melassezucker  und  Muskovadezucker  angegeben.  In  vielen  Jahren  haben
die  Preise  je  nach  der  Jahreszeit  stark  geschwankt:  genauere  Angaben
hierüber  finb  vermieden  worden,  da  es  int  wesentlichen  nur  darauf  ankam,
den  nöthigen  Anhalt  zu  einer  Vergleichung  der  früheren  und  der  neueren
Verhältnisse  im  Ganzen  zu  bieten.  Obwohl  in  Spanien  selbst  seit  langer
Zeit  das  metrische  System  für  Maaß  und  Gewicht  sowie  das  Decimalsystem
  für  die  Valute  eingeführt  ist  und  gleiches  auch  neuerdings  für  die
Colonieen  angeordnet  sein  soll,  rechnet  man  in  Cuba  immer  noch  nach
spanischen  Pfunden,  Arroben  und  nach  Realen.  So  verstehen  sich  auch  die
in  der  Tabelle  angegebenen  Preise  als  Realen  per  Arroba  von  25
spanisch.  Eine  Umrechnung  ergiebt  den  Preis  von  1  Real  per  Arroba
gleich  4,35  Mark  für  100  kg;  von  1%  Realen  =  6,51  Mark,  von
2  Realen  =  8,70  Mark,  von  2  '/ 2  Realen  =  10,87  u.  s.  w.,  von  4  Realen
per  Arroba  gleich  17,39  Mark  für  den  Doppelcentner.  Uebrigens  wird  in
einem  Berichte  ans  dem  Jahre  1885  behauptet,  daß  auf  den  Zuckermarkt
in  Havana  die  Londoner  Preise,  welche  stets  niedriger  seien  als  die  New-Norker,
  nur  einen  geringen  Einfluß  ausüben.  Bei  der  weit  überwiegenden
Ausfuhr  nach  Nordamerika  erscheint  dies  sehr  glaublich.

19.  Schlnftwor  t.
Alles  in  Allem  genommen  scheint  die  Ansicht  nicht  unbegründet,  daß
Cuba  jetzt,  nachdem  es  eine  Reihe  von  Jahren  hindurch  Frieden  und  Ruhe
genossen,  trotz  der  Mängel  seiner  Regierung  ein  geeignetes  Feld  für  capitalkräftige
  Unternehntungen  biete.  Eine  solche  kündigte  sich  in  etwas  auffälliger ­
  Weise  bei  Gelegenheit  der  Weltausstellung  in  Ainsterdam  1883  an.
Was  darüber  durch  den  erstatteten  Ausstellungsbericht  bekannt  geworden,
möge  hier  Erwähnung  finden.  Es  heißt  dort  also:
Die  spanischen  Colonieen  waren  schwach  vertreten.  Von  C  u  b  a
waren  nur  aus  dem  Bezirke  von  Ripe  wenige  Muster  von  braunen  und
hellbraunen  Muscobaden,  Konkretzucker,  eingesandt  und  zwar  von  deut
„.Verein  für  Landwirthschaft  und  Industrie  auf  Terrains  in
Ripe."  Diese  Gesellschaft,  1881  gegründet,  hat  ihren  Sitz  in  Madrid
            
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