Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

und  ein  Bureau  in  Paris;  die  Direction  führt  Enrique  Cuespo  in  Matanzas. ­
  Ihre  Terrains,  im  nördlichen  Theile  der  Insel  belegen,  umfassen
eine  Fläche  von  75  726  ha.  Zweck  der  Gesellschaft  ist  die  Bepflanzung
dieser  Felder  und  die  Gründung  einer  Stadt  Nipe  mit  Hafen  und
Zubehör.  Die  amtliche  Genehmigung  ist  bereits  nachgesucht  zur  Herstellung ­
  eines  Trockendocks  sowie  die  Anerkennung  des  Hafens  zur  Vermeidung ­
  aller  Zollschwierigkeiten.  Eine  Kirche,  eine  Schule,  Gebäude  für
Arzt  und  Apotheke  werden  die  ersten  Gebäude  sein.  Man  ist  gegenwärtig
auf  einem  27  ha  großen  Terrain  mit  der  Herstellung  einer  Centralfabrik
beschäftigt,  ivelche  den  Namen  „Paris"  führen,  am  1.  December  1884  den
Betrieb  beginnen  und  10-  bis  15  000  tons  Zucker  arbeiten  soll.  Zur  Bepflanzung ­
  mit  Rohr  werden  2000  ha  gerodet;  eine  Eisenbahn  wird  gebaut
von  der  Bai  von  Ripe  bis  Magari,  um  die  gefällten  Bäume  herabzuschassen
und  das  Rohr  der  Fabrik  zuzuführen.  Die  Steine  werden  von  Havre
gebracht.  Die  Colonisten,  die  sich  niederlassen  wollen,  erhalten  sofort
cultivirbares  Land,  Thiere  und  Arbeitsgeräth,  Terrain  zum  Bau  von
Wohnung  und  Stall;  ferner  Lebensmittel  oder  Geld,  Saat  für  Zuckerrohr
oder  Tabak.  Geldvorschüsse  werden  zu  6%  verzinst,  Vorschüsse  von  Vieh
und  anderen  Artikeln  zum  Kostenpreise  ohne  Zinsen  berechnet,  und  sind
aus  den  Ernten  der  beiden  ersten  Jahre  zu  erstatten.  Das  Land  wird
auf  5  Jahre  pachtfrei  zur  Benutzung  gegeben.  Das  Zuckerrohr  wird  zu
3  pesos  per  100  arrob.  (d.  i.  15  fr.  für  1150  kg  —  also  etwa  1  Mark  für
100  kg  Rohr  —)  von  der  Gesellschaft  übernommen.  Im  6.  Jahre  wird
der  Colonist  Eigenthümer  des  Landes  mit  der  Verpflichtung,  dort  zu  bleiben
und  Rohr  oder  Tabak  zu  bauen;  er  hat  eine  Rente,  ablösbar,  von  500  pesos
per  Caballería  (d.  h.  2000  Mark  für  13  '/ 2  ha)  zu  zahlen.  Die  Gegend
ist  gesund,  große  Wälder  mit  den  besten  Holzsorten  sowie  Wasser  hinreichend
vorhanden,  der  Boden  fruchtbar,  zu  allen  Culturen  geeignet.  Die  Gesellschaft ­
  wird  in  jeder  Weise  von  der  Regierung  unterstützt,  die  ihr,  auf  ihr
Ersuchen  um  500  Soldaten  zu  Arbeitszwecken,  deren  3000  zur  Verfügung
gestellt  hat.  Ende  März  d.  I.  waren  300  Colonisten  mit  500  Soldaten
an  der  Arbeit,  ein  Magazin  für  Werkzeuge  und  Nahrungsmittel  bereits
fertig.  Die  erste  Zuckerernte  ergab  10000  tons;  in  der  dritten  nnd  vierten
hofft  man  auf  30000  tons  zu  kommen,  was  einen  Werth  von  15  Millionen  fr.
repräsentirt.  1500  kg  Tabak  wurden  im  Januar  nach  Frankreich  verschickt
und  von  sehr  guter  Qualität  befunden.  Auch  won  Mineralien  wurden
einige  Tonnen  verschifft.  —  Herr  Rosenthal,  Vertreter  der  Gesellschaft  auf
der  Ausstellung,  bemerkte,  daß  die  Zucker  nur  ausgestellt  worden,  uni  Ripe
bekannt  zu  machen,  nicht  um  mit  andern  Zuckern  zu  concurriren.  In
Ripe  sei  der  Tagelohn  sehr  hoch,  etwa  9  fr.  per  Tag,  und  da  sei  es  die
Aufgabe,  möglichst  rasch  zu  arbeiten,  und  nicht,  ein  vorzügliches  Produkt
herzustellen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.