Full text: Die Zucker-Industrie auf Cuba

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mannigfachen Entwürfen von Mühlen mit vielfachen Cylindern, mit und 
ohne feste Bagassiere, angeregt. Da es einen etwas dünnen Saft giebt, 
bedingt es verhältnißmäßig viel Feuerung; in vielen Gegenden sind aber 
die Fabriken ganz auf die Bagasse als Brennstoff angewiesen und können 
sich nicht leicht anderen verschaffen. Bei zwiefacher Pressung sich derselben 
Mühle zu bedienen, soll unvortheilhaft auf die Operationen der Fabrik 
zurückwirken, was leicht erklärlich ist. Im allgemeinen erreicht man durch 
zwiefache Pressung zwar eine vermehrte Ausbeute, aber keineswegs in 
gleichem Verhältniß zu der Menge des Saftes, da die Beschaffenheit des 
letzteren durch wiederholte Pressung wesentlich ungünstiger wird. Die 
bessere Ausbeute erhält deshalb ihren Ausdruck vornehmlich in den Nach 
produkten und in der Melasse. Um die Unreinigkeiten aus bem Safte 
auszuscheiden, bedient man sich mehr oder weniger dichter Drahtnetze. 
Allein auch bei sorgfältiger Reinigung bleiben noch leichtere Stosse darin, 
namentlich solche, welche von dem das Rohr bedeckenden Flaum herrühren 
und durch besondere Cylinder von verschiedenartiger Construction mittelst 
Rotation entfernt werden. Man hat auch die mechanische Filtration durch 
Gewebe versucht; angeblich lehrt die Erfahrung, daß die so vorbereiteten 
Säfte bei der Scheidung weniger Kalk erfordern und weniger schäumen. 
Die Berichte über die Magnolia-Station erwähnen der Kroog'scheu Filter 
und des Kleemann'schen Verfahrens und führen an, daß beides in Cuba 
mit Erfolg in Anwendung gekommen sei. 
Statt der zwiefachen Pressung hat man auch eine Art gemischten 
Verfahrens vorgeschlagen, indem man das Rohr in gewöhnlicher Weise 
zur Mühle bringt, dann aber die Bagasse in offenen Kübeln auslaugt. 
Allein dies erfordert sehr viel Handarbeit bei dem Füllen und Entleeren 
der Kübel, und überdies gab es sehr unreine Säfte, iute dies bei der 
äußern und innern Beschaffenheit der Bagasse kaum anders sein kann. 
Das Verfahren wird deshalb schwerlich eine große Verbreitung finden. 
Die Erfahrungen, welche die Rübenzucker erzeugenden Länder mit 
der Diffusion machten, lenkten natürlich die Aufmerksamkeit der Rohr 
zuckerländer aus die Frage, ob in gleicher oder ähnlicher Weise auch ein 
Auslaugen des Rohres mit Vortheil möglich sei. Abgesehen von den all 
gemeinen Ursachen, welche einer Verbreitung dieser immerhin kostspieligen 
Neuerung in Cuba entgegenstanden, waren es auch die Bedenken, welche 
die Größe des Wasserbedarfs, die Beschaffung genügetlden Brennstoffes und 
die zweckmäßige Zerkleinerung des Rohres erregen mußten. 
Schon im Jahre 1877 veröffentlichten die Ármales industrielles ein 
von Bou scar eu angegebenes Verfahren der Diffusion für Zuckerrohr. Er 
ging davon aus, daß die damals gebräuchlichen Geräthe ein Hinderniß für 
die erfolgreiche Anwendung der Diffusion seien. Wem: das Rohr schräg 
zur Achse und zur Richtung der holzigen Fasern in feine Scheiben ge-
	        
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