Ungeachtet der ausführlichen Darstellung der neusten sonst
noch nirgend im Zusammenhang bearbeiteten Erscheinungen
und trotz einer eingehenderen Einlassung auf die älteren An
sätze zur wissenschaftlichen Ookonomie ist es mir dennoch
möglich gewesen, auf einem verhältnissmässig engen Raum
alle erheblichen Gestaltungen zusammenzufassen. Diese Auf
gabe wäre für das Doppelgebiet von Nationalökonomie und
Sociahsmus unlösbar gewesen, wenn sie nicht in dem Vorwalton
der sichtenden, das Untergeordnete und Nebensächliche besei
tigenden Thätigkeit, sowie in dem jugendlichen Alter der
Wissenschaft und der massigen Anzahl wirklich bedeutender
Vertreter eine natürliche Unterstützung gefunden hätte. Da
wo mein Urtheil weniger die lebendige Geschichte bedeutender
Anschauungen als die nebensächlichen Schulabfällo betraf, für
welche sich das Publicum auf die Dauer nicht intoressiren
kann, habe ich es in dieser unfruchtbaren Richtung bei blossen
Signalisirungen der Abwege bewenden lassen. Ueberdies
habe ich in allen Beziehungen dahin gestrebt, aus der Ge
schichtsdarstellung selbst eine Wissenschaft zu machen, in
welcher das zu Grunde liegende System derjenigen kritischen
Anschauungsweise, die auch in der gegenwärtigen Gesammt-
auffassung der Socialökonomie allein noch Chancen hat, einen
dem historischen Stoff angemessenen Ausdruck fände. Die
Thatsache, dass sich ein Buch, welches von den universitären Co-
terien systematisch mit eben solchem Stillschweigen als stiller
Ausnutzung beehrt und dessen Existenz oder Bedeutung dem
Publicum auf alle mögliche Weise auch von den Parteien ver
heimlicht worden ist, so rasch und entschieden Bahn gebrochen
hat und in einer ansehnlichen Auflage so bald vergriffen ge
wesen ist, dürfte wohl ausschliesslich auf Rechnung seiner
innern Beschaffenheit zu setzen sein.
Berlin, im September 1874.
Düliriiig^.