Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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bekämpfte,  waren  socialpolitiscber  Natur  und  gehörten  demjenigen ­
  Gedankenkreise  an,  der  in  der  Französischen  Revolution
wirksam  geworden  war.  Hieher  musste  besonders  die  Hauptvoraussetzung ­
  aller  socialen  Systeme  gerechnet  werden,  dass  die
Formen  des  politisch  socialen  Daseins  und  mithin  auch  die  Beschaffenheiten ­
  der  verschiedenen  Regierungen  und  Herrschaften
für  den  erheblichsten  Theil  der  wirthschaftlichen  Verlegenheiten
verantwortlich  zu  machen  wären.  Gegen  diese  Annahme  wendete ­
  sich  Malthus  mit  seiner  beschränkten,  kirchlich  zugostutzten
  Privatmoral  und  suchte  den  leitenden  Classen  Englands, ­
  sowie  allen  Regierungen  das  Gewissen  zu  erleichtern
und  für  die  Fortdauer  der  social  angegriffenen  Missständc  Absolution ­
  zu  erthcilen.
4.  Mit  den  socialistischen  Gebilden,  denen  Malthus  seine
Aufmerksamkeit  zuwendete,  werden  wir  uns  nicht  beschäftigen,
weil  dieselben  zu  unbedeutend  sind  und  höchstens  für  die  Bezeichnung ­
  der  allgemeinen  Strömung  der  Ideen  einiges  Interesse
haben  könnten.  Wie  schon  gesagt,  erkennen  wir  die  eigenthümlich
  socialistischen  Erscheinungen  erst  da  an,  wo  den  beiden ­
  principie!!  wichtigen  Yoraussetzungen,  nämlich  einem
höheren  Maass  allgemein  wissenschaftlicher  Gestaltung  und
ausserdem  einer  Beziehung  zu  den  durch  die  Französische  Revolution ­
  gestellten  Aufgaben  oder  freier  gewordenen  Ideen  entsprochen ­
  wird.  .  Um  jedoch  den  Sinn  des  modernen  Socialismus
und  zunächst  seiner  ältesten  Gestalt  unzweideutig  festzustellen,
muss  der  colossale  Unterschied  bcmcrklich  gemacht  werden,
der  zwischen  ihm  und  den  Staatsdichtungen  aller  Zeiten  und
Völker  besteht.
Unter  allen  Erzeugnissen  der  politischen  Phantasie  ist
Platons  Schrift  über  den  Staat  am  berühmtesten.  Sie  ist  vielfach ­
  das  Urbild  für  Staatsdichtungen  der  neuern  Jahrhunderte
geworden  und  hat  wenigstens  den  Vortheil,  durch  die  ästhetische ­
  Form  des  Gedankenausdrucks  in  vielen  Richtungen  ausgezeichnet ­
  zu  sein.  Allerdings  ist  sie  das  Erzeugniss  einer  sehr
willkürlichen  Kunst,  welche  die  Glieder  dos  Staatskörpers,  den
sie  bilden  wollte,  in  einer  nicht  sonderlich  zusammenstimmendon
Weise  aus  allzu  ungleichartigen  Elementen  wirklicher  Griechischer ­
  Staatenformationen  entlehnte.  Dennoch  hat  sie  durch  die
Erörterung  allgemeiner  Rcchtsidoen,  sowie  auch  durch  die  cingestreuten
  allgemeinen  Philosopheme,  einen  höheren  Worth.  So
            
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