Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

278

Hinblick  auf  die  praktische  Zukunft.  Fourier  erwartet  nach
Maassgabe  der  neu  enthüllten  Gesetze  wirklich  von  der  Natur
nichts  Geringeres,  als  eine  vollständige  Aenderung  des  menschlichen ­
  Schicksals.  In  den  einschlagenden  Imaginationen  findet
sich  etwas  von  jenem  Wahnwitz,  der  die  Natur  für  ein  Ding
hält,  welches  sich  durch  menschliche  Magie  oder  wenigstens
nach  Maassgabe  und  Vorbild  menschlicher  Launen  umgestalten
lasse.  Die  Gesellschaft  und  das  Subjective  einerseits  und  die
Natur  andererseits  flicssen  bei  Fourier  in  ein  einziges  wüstes
Chaos  zusammen  und  ergeben  einen  anarchischen  Vorstellungsspuk, ­
  in  welchem  allenfalls  die  üeppigkeit  des  Einbildungsluxus ­
  überraschen  mag.
Von  den  Anhängern  Fouriers  ist  behauptet  worden,  dass
die  erste  Schrift  in  das  System  ihres  Meisters  keinen  gehörigen ­
  Einblick  verstatte.  Indessen  hat  man  an  derselben
wirklich  genug,  um  ihren  Verfasser  und  dessen  Zukunft  bemessen ­
  zu  können.  Wer  sich  aber  für  die  Einzelheiten  der
gesellschaftlichen  Harmonie  in  den  Phalansteren  intoressirt,
muss  sich  freilich  auch  noch  um  den  Associationstractat  bekümmern, ­
  der  zuerst  1822  als  „Traité  de  l’association  domestique-agricole ­
  ou  attraction  industrielle”  erschien.  Der  Zusatz
„Industrielle  Anziehung”  verräth  hier  wiederum  die  Gravitationsmanie. ­
  In  den  vorher  erwähnten  Werken  wird  die  dort
vom  zweiten  Bande  an  abgedruckte  spätere  Ausgabe  als  „Theorie
der  universellen  Einheit”  betitelt,  und  man  sieht  auch  aus
dieser  abstracten  Bezeichnung,  welche  Ansprüche  das  vermeintliche ­
  System  machte,  und  wie  es  eine  Art  Gesammtphilosophie
  repräsentiren  wollte.  Uebrigens  würde  es  einer
kritischen  Geschichte  sehr  schlecht  an  stehen,  auch  noch  die
übrigen  späteren  Arbeiten  des  Idioten  herbeizuziehen.  Zur
Charakteristik  ist  der  in  den  beiden  erwähnten  Schriften  enthaltene ­
  Stoff  mehr  als  genügend.
3.  Da  auch  in  der  Entwicklung  des  Widersinns  ein  gewisses ­
  Maass  von  Methode  möglich  ist,  und  man  der  Kürze
der  Darstellung  wegen  die  eignen  Umschweife  des  Autors
fallen  lassen  muss,  so  wollen  wir  gleich  in  das  Heiligthum
selbst  eindringen.  Für  den  Kenner  ist  das  letztere  auch  in
der  ersten  Schrift  keineswegs  unzugänglich,  obwohl  dieselbe
ausdrücklich  nur  ein  Prospectus  der  neuen  Wahrheit  sein
sollte.  Fourier  will  die  allgemeine  Attraction  entdeckt  haben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.