Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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heit  als  Consequenz  der  Abhängigkeit  vom  entfernten  Markte
behaupten  lässt.  Aber  auch  dieser  Satz  gilt  nur  insoweit,  als
ausschliesslich  diejenigen  Erscheinungen  in  Anschlag  gebracht
werden,  wblche  ihre  Ursache  wirklich  in  der  Action  des  Centrums ­
  haben.  Hienach  ist  also  noch  keine  Veranlassung  vorhanden, ­
  in  der  Geschichte  der  Nationalökonomie  von  einem
Thünenschen  Gesetz  im  strengen  Sinne  einer  solchen  Bezeichnung ­
  zu  reden.  Es  genügt  vielmehr  vollkommen,  von  einer
Thünenschen  Idee,  Vorstellungsart  und  Methode  als  von  einer
worth  vollen  wissenschaftlichen  Thatsaclio  zu  handeln.  Die  besondere ­
  Gestaltung  der  Bewirthschaftungssystemo  aus  Innern
Ursachen  und  in  der  Wirklichkeit  ist  noch  eine  offene  Frage,
für  deren  Beantwortung  Thünen  ein  sehr  schätzbares  Material,
aber  keineswegs  eine  der  ungetheilten  Anerkennung  fähige
Verzeichnung  geliefert  hat.  Grade  weil  die  Transportkosten
eine  so  gewaltige  Holle  spielen  und  eine  von  der  älteren  Ookonomie
  unterschätzte  Ursache  der  wirthschaftlichen  Zustände
bilden,  müssen  sie  noch  aus  einem  völlig  von  der  Thünenschen
Vorstellungsrichtung  abweichenden  Gesichtspunkt  betrachtet
werden.  Doch  das  Nähere  hierüber  gehört  in  die  Darstellung
der  weiter  fortgeschrittenen  Systeme.
7.  Abgesehen  von  Thünen  und  von  dem,  was  der  eigentliche ­
  Repräsentant  einer  selbständigen  Deutschen  Nationalökonomie, ­
  den  wir  nachher  ausführlich  zu  behandeln  haben
werden,  selbst  geleistet  oder  angeregt  hat,  konnte  bis  in  die
jüngste  Zeit  im  höheren  Sinne  des  Worts  von  einer  eigenthümlichen
  Volkswirthschaftslehro  auf  Deutschem  Boden  nirgend
die  Rede  sein.  Das  Mercantilsystem  und  die  Physiokratie
hatten  in  älterer  Zeit  ihre  Einflüsse  geübt.  Hierauf  waren  die
Smithschen  Einwirkungen  gefolgt.  Alles  dies  hatte  sich  jedesmal ­
  mit  der  Cameralistik,  d.  h.  mit  den  Kenntnissen  verschmolzen, ­
  welche  in  Rücksicht  auf  eine  stark  domaniale  Finanzverwaltung ­
  für  den  Hausbedarf  der  Regierungen  erforderlich
waren.  Auf  diese  Weise  waren  auch  die  Lehrbücher  und  gelegentlichen ­
  Abhandlungen  entstanden,  die  aber  für  die  neuste
Zeit  nur  als  Symptome  der  äusserst  gemischten  Zustände  und
des  unsäglich  eklektischen  Charakters  des  Unterrichts  ganz
nebensächlich  in  Frage  kommen.  Die  universitätsmässige
Literaturproduction  muss  sogar  ausser  Betrachtung  gelassen
            
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