Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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der  Heimathlosigkeit  erklärt  sich  aus  der  Epoche,  die  für
die  kühnen  Geister  seiner  Art  keine  Ruhestätte  hat,  oder  dieselbe ­
  nur  um  den  Preis  des  Verzichts  auf  unmittelbar  jjraktische
  Thätigkeit  oder  überhaupt  auf  ein  Leben  in  der  alten
Welt  ermöglicht.
Das  Hauptwerk  Lists  ist  das  „Nationale  System  der  politischen
  Oekonomie"  (zuerst  1841  und  nach  mehreren  Äuflagen
auch  als  dritter  Band  der  1850—51  erschienenen  Werke).  Die
treibenden  Gedanken  des  Systems  waren  jedoch  schon  in  Amerikanischen ­
  Zeitungen  längst  veröffentlicht  gewesen  und  auch
1827  zu  Philadelphia  als  besondere  Schrift  erschienen.  Letztere
,¡Umrisse  eines  neuen  Systems  der  politischen  Oekonomio”
(Outlines  of  a  new  system  of  political  economy),  die  unter
etwäs  variirendem  Titel  zur  Propaganda  benutzt  wurden,  enthielten ­
  schon  die  theoretisch  entscheidenden  Punkte,  unter
denen  für  den  allgemeinen  wissenschaftlichen  Gang  der  Nationalökonomie ­
  die  Erkenntniss  des  gew  altigen  Unterschiedes  zwischen
Werthen  und  productiven  Kräften  hervorragt,  welche  als  eine
sehr  erhebliche  Vorbereitung  und  partielle  Vor  Wegnahme  der
ein  Jahrzehnt  später  formulirten,  in  ihrer  schliesslichen  Entwicklung ­
  die  gesammto  ökonomische  Anschauungsweise  umwälzenden ­
  Werththeorie  Oareys  zu  betrachten  ist.  Für  die
Handelspolitik  war  der  an  die  Spitze  gestellte  Gegensatz  der
kosmopolitischen  und  der  politischen  Oekonomie  von  der
grössten  Bedeutung.
Der  zweite  Band  der  vorher  erwähnten  „Gesammelten
Schriften”  enthält  eine  Auswahl  aus  den  kleineren  Arbeiten,
während  der  erste  ein  ausführliches  biographisches  Material
bietet.  Der  Bearbeiter  des  letzteren,  der  zugleich  als  Herausgeber ­
  die  Auswahl  aus  dem  literarischen  Nachlass  bestimmte
(der  1867  verstorbene  Heidelberger  Geschichtsprofessor  Häusscr)»
hat  unglücklicherweise  zu  wenig  nationalökonomische  Fachkenntniss
  besessen  und  auch  übrigens  zu  viel  collegialischc  und
andere  Rücksichten  genommen,  um  seinem  Gegenstände  gerecht
zu  werden.  Als  ein  Beispiel  seiner  gesinnuugsschwachen  Verfahrungsart
  mag  der  Umstand  gelten,  dass  dieser  volle  Band
Biographie  über  das  Lebensende  seines  Helden  einen  solchen
Schleier  breitet,  dass  Niemand,  der  den  Ausgang  nicht  im
Besondern  kennt,  eine  unzweideutige  Vorstellung  gewinnen
wird.  In  einem  ähnlichen  schwächlichen  Geiste  sind  viele
            
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