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grade da mit der Anwendung dieses Princips aufliörte, wo es
die besten Aufschlüsse geben konnte. Die Kritik hat daher
in dieser Beziehung nicht blos die Listsche Auffassung, sondern
diejenige der gesummten neuern Oekonomie als für das
Verständniss der Erscheinungen unzureichend zu kennzeichnen.
Ein Gesammtinteresse ist noch niemals anders als durch Vermittlung
Ton Theilinteressen wirksam vertreten worden. Zu
diesen vermittelnden Interessen ist natürlich auch dasjenige
der Staatsleitung selbst zu rechnen. In den politisch freieren
Gestaltungen sind es aber stets die im Vordergründe stehenden
Classen, welche durch ihr Uebergewicht in der Gesetzgebung
die ökonomische Politik bestimmen. Auf diese Weise
erklärt sich die Geschichte der Wirthschaftspolitik und namentlich
der Schutzsysteme. Die letzteren wollen als Wirkungen
der socialen und politischen Verhältnisse erklärt sein.
Was sie ergeben, muss ebenfalls nicht blos volkswirthschaftlich
im gewöhnlichen engem Sinne des Worts, sondern auch
socialökonomisch ins Auge gefasst werden. Die durch die
jeweilige Verfassung ermöglichte Majorität der Interessen und
Einflüsse wird hier den Gang der Dinge entscheiden, und die
Theorien, die mit der jedesmaligen Resultante der Interessen
streiten, werden aller abstracten Wahrheit ungeachtet zunächst
nichts ausrichten. Die Zeit für ihre praktische Anwendung
kommt erst in dem Maassc, als sich die ihnen entsprechenden
Theilinteressen durch den Lauf der Dinge selbst formiren und
eine einflussreiche Gruppe bilden, die ihr Gewicht in die
Schaale der öffentlichen Entscheidungen wirft. Nur in den
äusserst seltenen Fällen, in denen die Interessen ihre Richtung
aus blossem theoretischen Missverstand einschlugen und
ihre Rechnung bei einem aufgeklärten Verhalten noch weit
besser zu finden erwarten, wird die Theorie unmittelbar einige
Früchte tragen. Unter dieser Voraussetzung lag aber der
Fehler oder Vorzug der thatsächlich befolgten Wirthschaftspolitik
auch keineswegs in der Interesscnposition an sich selbst,
sondern in der theoretischen Vorstellung, die mit dieser Position
verknüpft gewesen war. Irrthümer, die als Wahrheiten
gelten, können in der theoretischen Propaganda hier natürlich
dieselbe Rolle spielen und eine vermeintlich aufklärende Wirkung
üben, wie die Wahrheiten selbst. Eines bleibt aber in