Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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in  einem  klaren  und  bestimmten  Sinn  zu  sprechen,  ist  in  dei
neuern  Oekonomio  nach  mehreren  Richtungen  hin  so  eingewurzelt, ­
  dass  diejenigen,  welche  die  gänzliche  Ausschliessung
solcher  Gesichtspunkte  verlangen,  selbst  die  besser  gesinnten
Naturen  nur  allzu  leicht  für  ihre  Meinung  einnehmen.  Die
socialen  Theorien  sind  es  fast  allein,  denen  die  Rolle  zufällt,
jenen  Gedanken  den  volkswirthschaftlichen  Leugnungen  gegenüber ­
  zu  vertreten.  Aus  diesem  Grunde  und  ausserdem  des
Zusammenhanges  wegen,  in  welchem  die  Frage  mit  allen  neuern
Vorstellungen  von  der  Interessenharmonie  steht,  musste  grade
Boisguilleberts  Gedankenlauf  schärfer  geprüft  werden.  In  der
That  haben  wir  aus  ihm  ersehen,  dass  er  einerseits  nur  die
grobe  NaturnothWendigkeit  vor  Augen  hat,  die  dem  Beutemachen ­
  eine  letzte  Schranke  setzt,  andererseits  aber  scheinbar
eine  Kleinigkeit,  in  Wahrheit  jedoch  die  Lösung  des  Hauptproblems ­
  selbst,  nämlich  die  Verbürgung  der  wirthschaftlichen
Gerechtigkeit  und  Billigkeit  zur  stillschweigenden  Voraussetzung
seiner  harmonischen  Schlüsse  macht.  Er  hat  noch  keine  Ahnung
von  den  Naturgesetzen,  welche  die  Sitten  und  den  moralischen
Verkehr  beherrschen,  und  denen  gegenüber  man  nicht  blos  mit
den  Neigungen  der  einen,  sondern  auch  mit  denen  der  andern
Art  zu  rechnen  hat.  Schliesslich  sei  jedoch  bemerkt,  dass  die
Kritik,  welche  die  Verallgemeinerungsversuche  bei  Boisguillcbert
  treffen  muss,  auf  seinen  besondern  Hauptgedanken  über
einen  Austauschfuss,  der  beiden  Theilen  günstig  ist,  keine  Anwendung ­
  findet.  Diese  specielle  Idee  ist  nicht  blos  für  den
Getraideverkehr,  sondern  für  alle  Austauschbeziehungen  gültig,
und  die  Frage  bleibt  stets  nur  die,  ob  eine  gegenseitige  Messung
der  Kräfte  der  entgegenstehenden  wirthschaftlichen  Parteien  in
jeglicher  Form  dazu  führe,  jenen  wohlthätigen  Preis  zu  bestimmen. ­
  Dies  ist  zu  verneinen;  jedoch  gehört  die  Beibringung
der  einschlagenden  Gedanken  erst  der  neusten  Entwicklungsgeschichte ­
  an.
13.  Viel  unbedeutender  als  die  erörterten  Grundanschauungen ­
  sind  Boisguilleberts  Ansichten  über  Reichthum  und  Geld.
In  jenen  ersteren  Ideen  bekundete  sich  überall  der  Sinn  für  die
Erfagsung  des  Zusammenhangs  der  wirthschaftlichen  Erschmnungen.
  Die  Phänomene  blieben  nicht  isolirt;  die  Schicksale
der  verschiedenen  Berufsclassen  wurden  als  von  einander  abhängig
  vorgestellt.  In  alledem  war  kein  anderer  Irrthum,  als
Dühring,  Geschichte  der  Nationalökonomie.  2.  AuHage.  6
            
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