Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIL Abjdhnitt: Einzelne Schuldverhältniffe, 
15. Ueber die Nechtsftellung einer Bank als BeihnungSftelle vgl. Int. 
ihr. 1908 S. 480. 
II. Rechtlide Stellung der Bertragsteile, 
Sn einem befonderen Örade tritt beim Möklervertrage das Prinzip der Wahrung 
von Treu und GOÖlauben mit RKückfiht auf die Verkehr3jitte (88 157, 242 
hervor. Mal. hiezu auch die eingehenden Ausführungen bei Dörr a. a. OD. S. 627 ff. 
1. Auf Seite des MäklerS befieht nach der Natur des Verhältnifjes eine de 
artig ausgeprägte Treuverpflihtung, deren Verlegung ihn nach Maßgabe der allge 
meinen Gefebe8vorfchriften {dhadenserjaßpflichtig macht. 
1) Sm allgemeinen ift es Nufgabe des Möäklers, die Vertragsbefliffenen 31 
einer Einigung Gunter einen Hut, mie Frhr. v. Kreittmayr in feinen Anm. 
z. BER, EL IV cap. 9 8 16 feOreibt) zu bringen. Dabei hat er aber in 
eriter Reihe das Interelfe feine Auftraggebers beitmöglid nad 
fonkreter Sachlage zu wahren. Kann der Makler eine noch befjere VBer- 
tragägeftaltung erzielen, al8 diejenige it, auf welche ihm abzuhandeln 
nerftattet wurde, fo it er audh dazu verpflichtet Dertmann Yem. 1). 
Bu jener Treuverpflihtung gehört auch Die Beobachtung, derjenigen ge: 
jhäftlihen Berihmwiegenheit, welche durch das Interefjie des Ge- 
ıchäftaherın bebingt ijt. Val. auch S 654 mit Bem. 
Au8 dem Vrinzipe von Treu und Glauben fließt ferner die Verpflidhtung des 
Yäkters, jeinem Auftraggeber alle ihn bekannten Sachumftände von Im“ 
ierefle getreulich mitzuteilen, Telbit jene, die geeignet find, diefen von 
er BertransfchlieBung abzuhalten, Der Einwand, daß der Makler in diefer 
Beziehung feine Pflicht verlebt habe, kann, abgefehen von der Schadenserfaß- 
oflicht, such dem Anfpruch auf Mäklerlohn, fei e8 als Einrede des nicht er- 
füllten VertragS oder al3 Sinrede der Arglijt wirkjam entgegengejebt werden, 
ven zwar das Gefchäft objektiv durch die Vermittlung des Süklers zufjtande 
zebracht worden ift, jedoch nicht durch eine Vermittlungstätigleit der Art, 
mie fie für den Makler nach feiner Vertragspfliht und nach Trew und 
Slauben geboten war. Val. ROGES. in Seuff. Arch. Bd. 56 Nr. 73, Bolze, 
Praxis des RG. Bd. 4 Nr. 647, Seuff. Urch. Bd. 56 Hr. 148 (fein Mükler- 
[09m für die bewußte Zuführung eines zahlungSunfähigen Käufer8); 
agl. hiezu übrigens au Iur. Wichr. 1897 S. 483 und Gruchot, Beitr. Bd. 43 
S. 1167 und ferner Bd. 45 S. 1010 (Fit ein Näkler verpflichtet, ermitteln, 
36 der von ihm nachzuweifende Kontrahent zahlungsfähig ift? uß er das 
ibm in diefer Beziehung Bekannte feinem Machtgeber mitteilen ?) fowie Ripr. 
d. DLS, Bd. 2 S. 119, DL®. Kolmar in D. Jur.3. 1903 S. 60, Bad. Kipr. 
1909 S. 146; 1. au Sur. Wichr. 1897 S. 483 und 1899 S. 452, ferner 
NOS. Recht 1905 S. 78 und YL®. Dresden dafelbit S. 223, Hecht 1907 
Nr. 3489, Kipr. d. DLG. Bamberg) Bd. 12 S, 85 (ein Entnegenwirken 
liegt ohne weitereS nicht darin, daß der Mälkler dem Kaufsliebhaber auch noch 
ındere Objekte angibt), RKOS. Jur. Wichr. 1910 S, 284 Wr. 15 (Mitteilungs- 
pflicht über den im @runditüce früher aufgetretenen vu Owamm), Warneyer 
Erg.-Bd. 1910 Nr. 149, 1. ferner Lotmar a. a. OD. Bd. 2 S. 661, 688. 
— Interefjant au YLS®. Kolmar Recht 1905 S. 500 (Verheimlihung 
de8 Umitandes, daß eine Öffentliche Behörde die Raufsliebhaberin if). 
Selbit nach Zuführung eine8 Käufer8 Hat fich felbit der Mäkler, dem 
Krovifion für die Zuführung allein verfprochen iit, jeder Handlung zu ent 
halten, die auf Hinderung des VertragsSabihluffes abzielt; ec muß 
jih alio auch in feinem {päteren Verhalten bis zum Vertragsabjhlufte 
jeder Verlegung der VBertragstreue enthalten, midrigenfalls er noch feinen 
Mnfpruch auf Möklerlohn einbüßen kann; vgl. Rıpr. d. OLG. Br. 6 S. 87. 
Bei Treuverlebung des Möflers tan auch eine SchhadenZerfaß- 
oflidht nad allgemeinen ®rundläßen eintreten val. Bem. II zu S$ 276, 
Borbem. 5, € vor 88 459 ff). 
. Vol. hiezu au Vorbem. 6 wegen der Einrede des nicht er- 
*üllten tn infolge fehlerhafter Erfüllung des MNäkler8s. 
Wegen der Mangelhaftigkeit der Urbeitsleiltung; vgl. ferner auch 
Yotnar a. a. ©. Bd. 2 S. 653, 687 F. und aus der Praxis einerfeit8 Hanf, 
Ber. 8. 1909 Beibl. 147, anderfeits Bad. Nfpr. 1909 S. 146 Meumanı, Sabhrb. 
Bd. VIN S. 265 Nr. 4 
Nicht verpflichtet ft, fofernm nicht efondere ANbmacdhungen eingreifen, der 
Nükler dazır, daß jedenfall3 der AN Erfolg von ihm herbei: 
geführt werden müßte. Ehen darum geht feine Verpflichtung nicht darauf. 
3)
	        
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