Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

FRANKREICH  —  Land  und  Leute.

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den,  so  machen  wir  die  überraschende  Wahrnehmung,  dass,  ungeachtet ­
  der  ansehnlichen  Vermehrung  der  Bevölkerung,  die  Anzahl
der  Geburten  heute  nicht  grösser  ist,  als  sie  vor  der  Zeit  der  Revolution ­
  war.  —  Im  Jahre  1782  zählte  man  in  Frankreich  975,703  Geburten, ­
  —  von  1846—50,  wie  wir  gesehen,  durchschnittl.  nur  949,594.
Die  Fruchtbarkeit  der  damaligen  Bevölkerung  von  24Vg  Milk  Menschen
war  sonach  stärker,  als  es  heute  die  von  Milk  ist.  Damals  hatte
man  eine  Geburt  auf  25  Einw.,  jetzt  kaum  eine  auf  37.  Die  menschliche ­
  Reproduction  war  also  fast  um  die  Hälfte  grösser,  als  dermalen.
Allein  es  war  dies  kein  Glück;  denn  bei  den  damaligen  Proletarierverhältnissen ­
  herrschte  auch  die  Sterblichkeit  in  desto  furchtbarerer
Ausdehnung.  In  den  36  Friedensjahren  1817—52  kam  durchschnittk
im  Jahr  eine  Geburt  auf  34,2  Einw.  —  In  den  8  ersten  dieser  Jahre
(1817—24)  eine  schon  auf  31,8;  in  den  8  letzten  Jahren  (1845—52)
eine  erst  auf  36,7.  —  In  den  34  Jahren  von  1817  bis  einschliesslich
1850  wurden  in  ganz  Frankreich  geboren;  16’953,957  Knaben  und
15’972,905  Mädchen,  sonach  um  etwa  Vi6  mehr  Knaben  als  Mädchen.
Während  die  Kriege  so  viele  Männer  hinwegrafften,  schien  die  Natur
auch  hierin  das  entstandene  Missverhältniss  ausgleichen  zu  wollen.
Bemerkenswerther  Weise  minderte  sich  der  Unterschied  in  der  Zahl  der
Geburten  in  dem  Maasse,  in  welchem  wir  uns  von  den  frühem  Kriegszeiten ­
  entfernten  und  dem  Gleichgewichte  nähern.  Es  betrug  die
durchschnittliche  Jahreszahl  der  Geburten  :

Jahre  Knaben
von  1836—40  :  493,709
-  1841—45  :  501,935
-  1846—50  :  487,050

Mädchen
465,722
474,095
462,544

Unterschied
27,987  94,33
27,840  94,45
24,506  94,97

Die  Zahl  der  unehelichen  Kinder  betrug  in  den  bezeichneten
5jährigen  Perioden  im  Durchschnitt  jährlich  :

1836—40:  71,104  =  7,41  Proz.  der  Geburten,
1841-45:  69,768  =  7,15  ...
1846—50  :  67,994  =  7,16  -

Todgeboren  wurden  von  1841—45  durchschnittlich  33,048
von  1846  50  aber  35,219;  ein  Zeichen,  wie  auch  hiebei  die  Ungunst
der  Zeitverhältnisse  einwirkte.  1847:  33,024;  1848:  34  296-  1849
(Cholerajahr)  37,274;  1850:  37,055.  ’  ’

Todesfälle.  Die  Gesammtzahl  betrug  jährlich  :  *
1836—40  :  799,817  =  1  Sterbfall  auf  42,35  Einw.
•  785,973  =  1  -  .  44,29
1840—50:  848,348  =  l  -  .  41,97
Ist  dies  Steigen  der  Sterbefälle  für  die  ganze  Periode  auffallend,  so
verdient  das  Verhältniss  in  den  einzelnen  Jahren  besondere  Beachtung:
1845  (gutes  Jahr)  741,985  Todesfälle,
1846  (beginnende  Theuerung)  820,918
1817  (grosse  Theuerung)  849,054
1848  (polit.  Unruhen)  836,693  *)
1849  (Cholerajahr)  873,471
1850  (billige  Lebensmittel)  761,610

*)  Zeichen,  wie  massig  dennoch  die  Störungen  der  damaligen  Revolution.
            
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