zuging. Obwohl sonst das preussische Briefporto damals im
allgemeinen unverändert blieb, traten in einzelnen Fällen doch
Erhöhungen ein. „Man konnte sich“, so sagt er, „von dem
Prinzip nicht trennen, dass, wenn behufs besserer Be
förderung der Korrespondenz besondere Postanlagen
nötig wurden, auch auf der betreffenden Boute be
sondere Portozuschläge einzuführen seien. Diesem
Das bedeutet zwar für die meisten und nicht allzu grossen Länder
eine weitere Ermässigung, denn der frühere Satz von 2 Er., der schon um
15 °/o verbilligt war (auf 1,70 Er.), wird nun auf 1,50 Er., d. h. um 25%
gegen früher (1896) herabgesetzt und für Drucksachen (früher 25 C., zuletzt
2lV 4 C.) eine Verbilligung um 20% geschaffen (gegen 1896). Aber ein
grosser Rückschritt ist die komplizierte Wiedereinführung des
4-zonigen altmodischen Entfernungstarifs für weitere Strecken.
Er passt nicht recht zum Hillschen Pennyporto und zum ganzen mo
dernen Einheitstarif des Weltpostvereins; er ist eine unnütze fiskalische
Genauigkeit. Die Union, Canada und Russland kämen für diese erhöhten
Tarife hauptsächlich in Betracht. Doch sind 3, 4'/a und 6 Fr. noch viel zu
hohe Sätze für 1 kg. Das Einanzinteresse einzelner Staaten sollte nicht so weit
gehen, dass es die Solidarität der Yerkehrsinteressen aller Mitglieder des
grossen Weltvereins und den Gesamtfortschritt wegen so winziger
Einnahmen ausser Acht lässt. Die kleinen Opfer an Bareinnahmen machen
sich doch durch indirekte Vorteile an Güterfrachten und Zolleinnahmen,
welche der Nachrichten verkehr beschafft, meist mehr als bezahlt. Und
die kleinkrämerhafte Transitberechnung steht in auffälligem
Widerspruch zu dem weitherzigen Verfahren in der gegen
seitigen unentgeltlichen Beförderung und Austragung der ein
gehenden fremden Briefschaften (ohne Bestellgeld), bei der oft
der vorausgesetzte gegenseitige Ausgleich durchaus nicht vor
handen ist.
Eür den Transit von Postpaketen (bis 5 kg) werden allgemein
nur 50 Centimes von Jedem Laude erhoben, durch das ein Paket geht, also
10 Centimes für 1 kg. Für Briefpakete wäre das doch auch gerade genug
beim Lnndtransit; und es passt nicht recht zum Geiste der Meistbegünstigungs
verträge, wenn die Pakete des Publikums nur 50 C., die einer fremden Post
verwaltung aber 7,50 bis 30Er. (für Dkg) beimDurchgang bezahlen sollen. Denn
Paket ist Paket. Was drin ist, darauf kommt es nicht an, und das Post
monopol bleibt ja, da die Transitfreiheit allenthalben gewährleistet ist,
unberührt. Die Schweiz und Oesterreich hatten daher ganz Recht,
als sie 1906 in Rom beantragten, für alle Arten Briefschaften im ge
schlossenen Transit einheitlich nur 10 Centimes für jedes Kilo anzusetzen.
Doch der Vorschlag fand bei der grossen Mehrheit leider keine Zustimmung.
Beiläuüg gesagt, wäre aber bei den Transitvergütungen, so lange, sie