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Übergang zum Dreischichtensystem wurde in die gleiche
Richtung gewiesen, in der sich neuere Untersuchungen
über die Wirkungen des Achtstundentages bewegen !):
Dort wird der Nachweis versucht, daß die ungünstigen
Auswirkungen des Achtstundentages an Hand statistischer
Erhebungen sich vor allem aus der Tatsache einer ver-
schiedenartigen Zusammensetzung der Arbeitergruppen vor
und nach seiner Durchführung ergeben. So bringt Vleugels
in seinem Aufsatz über den „Achtstundentag in Deutsch-
land“ ?) die Feststellung, daß „das Problem des Achtstunden-
tages ... vorwiegend ein Problem der sog. «Unproduk-
tiven»“ sei. Zu diesen Unproduktiven werden „die. ge-
wissermaßen nur mittelbar an der Produktion beteiligten
Arbeiter und Angestellten“ gerechnet, während als „Pro-
duktive“ jene Arbeiter gelten, „die mit der. Hand oder
der Maschine das Produkt bearbeiten, verändern, ihm eine
neue Form geben usw.“. Die unverhältnismäßige Steige-
rung der Belegschaftszahlen bei der Arbeitszeitverkürzung
wird auf eine Zunahme der Unproduktiven zurückgeführt,
die nicht in Proportion stand zu der Veränderung in der
Gesamtzahl der Arbeiter. So führt Vleugels selbst auf
Grund von Berichten über das Siemens- Werk einen Unter-
Schied von 67°, zwischen den beiden Erhöhungen an ?).
Ohne vorerst auf diese Einteilung der Arbeiter in
kritischer Untersuchung ihres Sinnes und ihrer Berechtigung
einzugehen, muß im Anschluß an diese Behauptungen
geprüft werden, wie es mit der Frage der Unproduktiven
in der Zusammensetzung der Hochofenbelegschaft vor und
') Vgl. z. B. Bolz, Produktionsverteuerung — Produktionsminderung,
in „Technik und Wirtschaft“, 1924, Heft 2; ferner Litz, „Wie können
wir die gegenwärtige Wirtschaftskrisis überwinden“ ?, in Borsig-Zeitung,
I. Jahrg., 1924, Nr. 8/9; weitere Angaben in „Wirtschaftskurve der Frank-
furter Zeitung“, 1922, Heft 2, S. 55f.; Heft 3, S. 61.
2) Aa. O. S. 21)
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