fullscreen: Oekonomik der Transformationsperiode

180 
dieser Gesellschaft, denn in Wirklichkeit zwang die Monopoli 
sierung der Produktionsmittel durch die Kapitalisten die Arbeiter, 
ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Diese „Freiheit“ lief auf folgen 
des hinaus; erstens auf eine relative Möglichkeit der Wahl seines 
Herrn (Uebergang von einem Betrieb zu einem anderen) die 
Möglichkeit, „abzugehen“ und „entlassen“ zu werden; zweitens 
verstand man unter dieser „Freiheit“ die Konkurrenz unter den 
Arbeitern selbst. In dieser letzteren Bedeutung wurde die „Frei 
heit der Arbeit“ zum Teil schon in der Periode des Kapitalismus 
von den Arbeiterorganisationen überwunden, als die Gewerk 
schaften zum Teil die Konkurrenz der Arbeiter untereinander 
aufhoben, indem sie sie- vereinigten, die zersplitterten Teile der 
Klasse organisierten, sie zusammenschlossen und sie in ihrem 
Kampfe gegen die Kapitalistenklasse stärker machten. Die 
Gewerkschaften stellten die Forderung auf, daß nur Mitglieder 
der Verbände in die Betriebe zugelassen werden; sie verhängten 
den Boykott (d. h. wandten Gewalt an) über die Streikbrecher, 
diese lebendige Verkörperung der bürgerlichen „Freiheit der 
Arbeit“ usw. Unter der Diktatur des Proletariats fällt die Frage 
nach dem „Herrn“ fort, da die „Expropriateure expropriiert" 
sind. Andererseits äußern sich die Ueberbleibsel der Un- 
organisiertheit, Unsolidarität, des Individualismus, der Zunft 
beschränkung, der Laster der kapitalistischen Gesellschaft in dem 
Verkennen der allgemein proletarischen Aufgaben, die ihren 
konzentrierten Ausdruck erhalten in den Aufgaben und Forde 
rungen der Sowjetdiktatur, des Arbeiterstaates, Da diese Auf 
gaben um jeden Preis bewältigt werden müssen, so ist begreif 
lich, daß vom Standpunkt des Proletariats, gerade im Namen der 
tatsächlichen und nicht fiktiven Freiheit der Arbeiterklasse, eine 
Aufhebung der sogenannten „Arbeitsfreiheit" erheischt wird. 
Denn die letztere verträgt sich nicht mit der regelmäßig organi 
sierten „Planwirtschaft“ und einer entsprechenden Verteilung
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.