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V. Theil. Statistik der Sterblichkeitsverhältnisse.
sicherungsjahre bei denjenigen Versicherten, welche durch ein
fachen Uebergang in eine Klasse traten, anzurechnen waren.
Als das Nächstliegende erscheint es hier offenbar, die Ver
sicherungsjahre ohne Rücksicht auf die Uebergänge fortzuzählen,
einen Versicherten also z. B., welcher mit dem 6. Versicherungs
jahre von der ersten Summenklasse in die zweite übertrat, in
dieser letzteren gleich für das 6. Versicherungsjahr einzutragen.
Indessen wird man bei näherer Ueberlegung finden, dass bei
einer solchen Behandlung die Sterblichkeit der höheren Summen
klassen während einer ganzen Reihe von Versicherungs
jahren durch den fortwährenden Zugang an neu untersuchten
Versicherten aus den niederen Klassen in nicht geringem
Maase beeinflusst werden würde, dass also bei einer solchen
Behandlung der eigentliche Zweck einer gleichzeitigen Gruppirung
nach Lebensjahren und Versicherungsjahren, nämlich die Elimi
nation des Einflusses einer verschiedenartigen Vertheilung des
Zuganges, nur unvollkommen erreicht werden würde. Deshalb
entschloss man sich von jedem Uebergang ab die Versicherungs
jahre neu zu zählen, die Uebergehenden also — abgesehen von
der verschiedenen Berechnungsweise des neuen Beitritts- oder
Uebergangsalters — als Neubeigetretene zu behandeln, wobei,
wie aus der späteren Darstellung der Kartenoperationen her
vorgehen wird, eine wirkliche Berechnung der Versicherungs
dauer durch einfache Gruppirung nach den Uebergangsaltern
umgangen werden konnte.
Um die Gruppirung und Zählung möglichst zu vereinfachen,
wurden überdies alle diejenigen Beobachtungen, welche über
den Prämientermin 1878 hinaus gingen, und deren Berück
sichtigung zu Bruchrechnungen geführt hätte, ohne Weiteres
weggelassen, wodurch die Gesammtzahl der Sterbefälle sich
allerdings um 501 verringerte. Diese Reduction erklärt grössten-
theils den oben constatirten Unterschied zwischen der hier und
der in den früheren Abtheilungen in Betracht gezogenen Zahl der
Sterbefälle. Die zurückbleibende Differenz von -f- 22 ist darauf
zurückzuführen, dass für eine geringe Anzahl wirklich Aus
geschiedener, nämlich für alle Diejenigen, welche als Mitglied
der Bank das 85. Lebensjahr überschritten und bis zu dem
Prämientermine 1878 noch bei Lebzeiten ausgeschieden waren,
durch nachträgliche private Ermittelungen die Beobachtung bis
zum Prämientermine 1878 verlängert wurde, um auf diese
Weise das sonst sehr dürftige Material der höchsten Alters
klassen zu vergrössern, bez. einige Erfahrungen über den
Verlauf der Sterblichkeit nach dem 90. Lebensjahr zu gewinnen,
mit welchem Lebensjahr bekanntlich die Mitgliedschaft bei der
Bank überhaupt abschliesst. Es finden sich diese 22 Sterbe
fälle (mit den zugehörig. Leb. unter Risico) in den Haupt
tabellen XXV—XXXIV überall eingesetzt; dagegen fehlen sie
in einigen kleinen Uebersichten der folgenden Kapitel, welche
zum Theil auf Tabellen oder Resultaten der früheren Ab
theilungen mit beruhen.
Bei der Beschreibung der Operationen mit den Zählkarten
wird es sich empfehlen, zunächst nur diejenigen in’s Auge zu
fassen, welche zur Ermittelung der Sterblichkeit ohne Rücksicht
auf die Summeneintheilung dienten, wobei es freilich noting
wird, einige Gruppirungen, welche thatsächlich mit jenen ver
bunden wurden, welche aber ausschliesslich dem Zwecke
dienten, die auf die Summen bezüglichen Operationen möglichst
zu vereinfachen, einstweilen zu übergehen. Abgesehen von
diesen später näher zu beschreibenden Einschränkungen, ge
stalteten sich die Operationen also folgendermaasen :
Zuerst wurden die Karten nach dem Geschlecht in zwei
Gruppen gebracht und eine jede dieser Gruppen alsdann in
drei Abtheilungen zerlegt: in Lebende am Prämientermin 1878,
in Gestorbene bis zu diesem Termine, und in Abgegangene
bis zu diesem Termine. Alsdann wurden die Karten der
Gestorbenen und Abgegangenen wieder nach den Beitrittsaltern
und der Anzahl der entrichteten Prämien, die Karten der
Lebenden dagegen — auf welchen die Anzahl der entrichteten
Prämien nicht bemerkt war, um sie bei späteren Unter
suchungen wieder unverändert gebrauchen zu können — nach
Beitrittsalter und Kalenderjahr des Beitritts geordnet.
Nachdem auf diese Weise das ganze Material nach allen
den Richtungen gruppirt war, welche bei einer Beobachtung
nach dem Geschlecht, dem Alter und der Versicherungsdauer
in Betracht kommen konnten, wurde die Zählung der Unter
abtheilungen vorgenommen und die Resultate in zwei auf die
ersten beiden Hauptgruppen (Männer und Frauen) beziigl.
Tabellen gebracht, welche genau das Ansehen der angehängten
Tabellen XXV und XXVI hatten, mit dem Unterschiede, dass die
erste und letzte Spalte der mit Altern überschriebenen Ver-
ticalcol. (»Vers. u. Leb.«) noch frei waren. Die Columnen
dieser Tabelle beziehen sich, wie man sehen wird, auf die
Beitrittsalter und die vollendeten (passirten) Alter beim Ab
gang, und es wurde deshalb die Eintragung der für die ein
zelnen Versicherungsjahre erlangten Zählresultate in horizontaler
Linie und zwar so vorgenommen, dass die Zahlen der Ge
storbenen und Abgegangenen des ersten Versicherungsjahres
(also diejenigen welche 1 Prämie gezahlt hatten) in die Rubrik
kamen, welche sowohl in verticaler als horizontaler Linie auf
dasselbe Alter (das Beitrittsalter) führt, ln welcher Weise die
Karten der Lebenden behandelt werden mussten, wird man
sich am besten verdeutlichen, wenn man erwägt, dass es bei
einer Zählung dieser vor der Hand lediglich darauf ankommt,
festzustellen, wie viele Versicherte in den einzelnen Beitritts-
! altern beigetreten und in welchen Altern die auf jedes einzelne
Beitrittsalter treffenden Personen aus der Beobachtung geschieden
sind, (d. h. welches Alter dieselben am Prämientermine 1878
hatten). Durch die directe Zählung der gebildeten Gruppen
der Lebenden waren die Zahlen für das folgende Schema
gewonnen :
Beitrittsalter
15
16
Kalenderjahr des Beitritts
1829 I 1830
Offenbar standen aber diejenigen, welche 1829 beigetreten
waren, am Prämientermine 1878 gerade 49 Jahre, diejenigen,
welche 1830 beigetreten waren, am Prämientermine 1878 ge
rade 48 Jahre unter Beobachtung, so dass das Schema auch
so hätte geschrieben werden können :
Beitrittsalter
15
16
Durchlebte Versicherungsjahre heim
Abschluss der Beobachtung
49
48
Um die Zählresultate für die Lebenden auf dieselben Ta
bellen zu bringen, auf welchen schon die Zahlen der Gestor
benen und Abgegangenen notirt waren, hatte man also nur
noting, für jedes Beitrittsalter die nach dem Kalenderjahr ge
bildeten Gruppen in horizontaler Linie, aber diesmal in um-