Object: Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878

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V. Theil. Statistik der Sterblichkeitsverhältnisse. 
sicherungsjahre bei denjenigen Versicherten, welche durch ein 
fachen Uebergang in eine Klasse traten, anzurechnen waren. 
Als das Nächstliegende erscheint es hier offenbar, die Ver 
sicherungsjahre ohne Rücksicht auf die Uebergänge fortzuzählen, 
einen Versicherten also z. B., welcher mit dem 6. Versicherungs 
jahre von der ersten Summenklasse in die zweite übertrat, in 
dieser letzteren gleich für das 6. Versicherungsjahr einzutragen. 
Indessen wird man bei näherer Ueberlegung finden, dass bei 
einer solchen Behandlung die Sterblichkeit der höheren Summen 
klassen während einer ganzen Reihe von Versicherungs 
jahren durch den fortwährenden Zugang an neu untersuchten 
Versicherten aus den niederen Klassen in nicht geringem 
Maase beeinflusst werden würde, dass also bei einer solchen 
Behandlung der eigentliche Zweck einer gleichzeitigen Gruppirung 
nach Lebensjahren und Versicherungsjahren, nämlich die Elimi 
nation des Einflusses einer verschiedenartigen Vertheilung des 
Zuganges, nur unvollkommen erreicht werden würde. Deshalb 
entschloss man sich von jedem Uebergang ab die Versicherungs 
jahre neu zu zählen, die Uebergehenden also — abgesehen von 
der verschiedenen Berechnungsweise des neuen Beitritts- oder 
Uebergangsalters — als Neubeigetretene zu behandeln, wobei, 
wie aus der späteren Darstellung der Kartenoperationen her 
vorgehen wird, eine wirkliche Berechnung der Versicherungs 
dauer durch einfache Gruppirung nach den Uebergangsaltern 
umgangen werden konnte. 
Um die Gruppirung und Zählung möglichst zu vereinfachen, 
wurden überdies alle diejenigen Beobachtungen, welche über 
den Prämientermin 1878 hinaus gingen, und deren Berück 
sichtigung zu Bruchrechnungen geführt hätte, ohne Weiteres 
weggelassen, wodurch die Gesammtzahl der Sterbefälle sich 
allerdings um 501 verringerte. Diese Reduction erklärt grössten- 
theils den oben constatirten Unterschied zwischen der hier und 
der in den früheren Abtheilungen in Betracht gezogenen Zahl der 
Sterbefälle. Die zurückbleibende Differenz von -f- 22 ist darauf 
zurückzuführen, dass für eine geringe Anzahl wirklich Aus 
geschiedener, nämlich für alle Diejenigen, welche als Mitglied 
der Bank das 85. Lebensjahr überschritten und bis zu dem 
Prämientermine 1878 noch bei Lebzeiten ausgeschieden waren, 
durch nachträgliche private Ermittelungen die Beobachtung bis 
zum Prämientermine 1878 verlängert wurde, um auf diese 
Weise das sonst sehr dürftige Material der höchsten Alters 
klassen zu vergrössern, bez. einige Erfahrungen über den 
Verlauf der Sterblichkeit nach dem 90. Lebensjahr zu gewinnen, 
mit welchem Lebensjahr bekanntlich die Mitgliedschaft bei der 
Bank überhaupt abschliesst. Es finden sich diese 22 Sterbe 
fälle (mit den zugehörig. Leb. unter Risico) in den Haupt 
tabellen XXV—XXXIV überall eingesetzt; dagegen fehlen sie 
in einigen kleinen Uebersichten der folgenden Kapitel, welche 
zum Theil auf Tabellen oder Resultaten der früheren Ab 
theilungen mit beruhen. 
Bei der Beschreibung der Operationen mit den Zählkarten 
wird es sich empfehlen, zunächst nur diejenigen in’s Auge zu 
fassen, welche zur Ermittelung der Sterblichkeit ohne Rücksicht 
auf die Summeneintheilung dienten, wobei es freilich noting 
wird, einige Gruppirungen, welche thatsächlich mit jenen ver 
bunden wurden, welche aber ausschliesslich dem Zwecke 
dienten, die auf die Summen bezüglichen Operationen möglichst 
zu vereinfachen, einstweilen zu übergehen. Abgesehen von 
diesen später näher zu beschreibenden Einschränkungen, ge 
stalteten sich die Operationen also folgendermaasen : 
Zuerst wurden die Karten nach dem Geschlecht in zwei 
Gruppen gebracht und eine jede dieser Gruppen alsdann in 
drei Abtheilungen zerlegt: in Lebende am Prämientermin 1878, 
in Gestorbene bis zu diesem Termine, und in Abgegangene 
bis zu diesem Termine. Alsdann wurden die Karten der 
Gestorbenen und Abgegangenen wieder nach den Beitrittsaltern 
und der Anzahl der entrichteten Prämien, die Karten der 
Lebenden dagegen — auf welchen die Anzahl der entrichteten 
Prämien nicht bemerkt war, um sie bei späteren Unter 
suchungen wieder unverändert gebrauchen zu können — nach 
Beitrittsalter und Kalenderjahr des Beitritts geordnet. 
Nachdem auf diese Weise das ganze Material nach allen 
den Richtungen gruppirt war, welche bei einer Beobachtung 
nach dem Geschlecht, dem Alter und der Versicherungsdauer 
in Betracht kommen konnten, wurde die Zählung der Unter 
abtheilungen vorgenommen und die Resultate in zwei auf die 
ersten beiden Hauptgruppen (Männer und Frauen) beziigl. 
Tabellen gebracht, welche genau das Ansehen der angehängten 
Tabellen XXV und XXVI hatten, mit dem Unterschiede, dass die 
erste und letzte Spalte der mit Altern überschriebenen Ver- 
ticalcol. (»Vers. u. Leb.«) noch frei waren. Die Columnen 
dieser Tabelle beziehen sich, wie man sehen wird, auf die 
Beitrittsalter und die vollendeten (passirten) Alter beim Ab 
gang, und es wurde deshalb die Eintragung der für die ein 
zelnen Versicherungsjahre erlangten Zählresultate in horizontaler 
Linie und zwar so vorgenommen, dass die Zahlen der Ge 
storbenen und Abgegangenen des ersten Versicherungsjahres 
(also diejenigen welche 1 Prämie gezahlt hatten) in die Rubrik 
kamen, welche sowohl in verticaler als horizontaler Linie auf 
dasselbe Alter (das Beitrittsalter) führt, ln welcher Weise die 
Karten der Lebenden behandelt werden mussten, wird man 
sich am besten verdeutlichen, wenn man erwägt, dass es bei 
einer Zählung dieser vor der Hand lediglich darauf ankommt, 
festzustellen, wie viele Versicherte in den einzelnen Beitritts- 
! altern beigetreten und in welchen Altern die auf jedes einzelne 
Beitrittsalter treffenden Personen aus der Beobachtung geschieden 
sind, (d. h. welches Alter dieselben am Prämientermine 1878 
hatten). Durch die directe Zählung der gebildeten Gruppen 
der Lebenden waren die Zahlen für das folgende Schema 
gewonnen : 
Beitrittsalter 
15 
16 
Kalenderjahr des Beitritts 
1829 I 1830 
Offenbar standen aber diejenigen, welche 1829 beigetreten 
waren, am Prämientermine 1878 gerade 49 Jahre, diejenigen, 
welche 1830 beigetreten waren, am Prämientermine 1878 ge 
rade 48 Jahre unter Beobachtung, so dass das Schema auch 
so hätte geschrieben werden können : 
Beitrittsalter 
15 
16 
Durchlebte Versicherungsjahre heim 
Abschluss der Beobachtung 
49 
48 
Um die Zählresultate für die Lebenden auf dieselben Ta 
bellen zu bringen, auf welchen schon die Zahlen der Gestor 
benen und Abgegangenen notirt waren, hatte man also nur 
noting, für jedes Beitrittsalter die nach dem Kalenderjahr ge 
bildeten Gruppen in horizontaler Linie, aber diesmal in um-
	        
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