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V. Theil. Statistik der Sterblichkeitsverkältnisse.
Alter
ft
15—20,! 913,5
533
847
1320.5
2098.5
3235,8
21—25 8034,
0,33
8P.
SO
0,62
£ 5-
0,00506
0,00525
0,00544
0,00563
0,00582
0,00602
0,00622
0,00659
0,00696
0.00734
0,00772
u ™ O x 5
* 83 S -S
11
5,27
0,58
58,4
0,7 3
liehen Fehler als diejenigen Alter angesehen werden dürfen,
denen die aus dem Material der grösseren Altersklassen be
rechneten Sterblichkeitsprocentsätze gegenüberzustellen sind. In
welcher Weise die Berechnung dieser Durchschnittsalter statt
gefunden hat, zeigt das nachfolgende kleine Bruchstück.
Alter
a.
Lebende
unter
Risico
3*
Gesammtzahl der
Lebensjahre, welche
auf die nebenstehende
Zahl der Lebenden
trifft.
(Product aus 1 u. 2)
15—20
9:3,5
(Sa.) 17057
4*
Danach
Durchschnittsalter
der (grösseren)
Altersklassen.
(Quotient aus 2 u. 3)
18,
Die Ermittelung der hier in Rede stehenden Durchschnitts
alter hat übrigens auch noch andere Vortheile. Erstens nämlich
ermöglicht sie auch ohne umständliche Berechnung den Ver
gleich mit fertigen Listen, da man die für die Altersklassen
berechneten Sterblichkeitsprocentsätze annähernd auf die Durch
schnittsalter beziehen darf und zweitens dient sie dazu, bei der
Vergleichung von Grundbeobachtungen, wo eine Anwendung
der hier erörterten Methode nicht mehr zulässig ist, und man
deshalb zu dem »alten« Verfahren seine Zuflucht nehmen muss,
in möglichst einfacher Weise die Vertheilung der Lebenden
widerzuspiegeln.
Nach diesen einleitenden Bemerkungen wenden wir uns
unserer eigentlichen Aufgabe zu, indem wir zunächst zwei
Tabellen (i und 2) mittheilen, welche die Sterblichkeit im
Allgemeinen, d. h. ohne Berücksichtigung des Geschlechtes,
zum Gegenstand haben. Die erste Tabelle giebt eine ausführ
liche Uebersicht über die wirkliche Sterblichkeit der Gothaer
Bank und die zugehörige rechnungsmäsige nach der Bankliste,
sowie über die auf Grund dieser Zahlen berechneten Sterblich
keitsprocentsätze, die zweite eine Anzahl Vergleiche mit anderen
Tafeln und die Durchschnittsalter der Lebenden unter Risico
für Gotha, welche natürlich der von uns angewandten Ver
gleichsmethode zufolge für sämmtliche Procentsätze derselben
Altersklasse, die nach ausgeglichenen Listen berechnet sind,
gelten, und auch auf die entsprechenden Sätze der Tafel 1
bezogen werden dürfen.
In der Tafel 2 sind überdies die Zahlen der Sterbefälle,
auf welche sich die Sterblichkeitsprocentsätze der Gothaer Bank
und die der zwanzig englischen Gesellschaften stützen, ange
geben. Diese Angaben haben lediglich den Zweck, das Gewicht,
welches den Beobachtungen der Gothaer Bank und denjenigen
der zwanzig englischen Gesellschaften beizumessen ist, in kürzester
Weise zu veranschaulichen. *)
(Siehe Seite 59.)
Wie man aus den vorstehenden Resultaten für Gotha
ersieht, hat die Zusammenfassung nach 5 jährigen Altersklassen
den Erfolg gehabt, den Zahlen ein durchaus gesetzmäsiges
Gepräge zu verleihen. Eine Ausnahme machen nur die beiden
ersten Altersgruppen, von denen aber die erste bei der äusserst
geringen Anzahl der beobachteten Sterbefälle (3) nicht in Be
tracht kommt. Was die zweite anlangt, so zeigt sie eine
erhebliche Steigerung, hinter welche die dritte Altersklasse
wieder zurückgeht. Weder das Eine noch das Andere ist den
Gothaer Zahlen eigenthümlich. Denn auch die Erfahrungen
der zwanzig englischen Gesellschaften, ebenso wie andere exact
an gestellte Beobachtungen weisen, allerdings minder auffallend,
darauf hin, dass ein secundäres Minimum der Sterblichkeit in
die zweite Hälfte der zwanziger Jahre fällt — das erste Mi
nimum fällt bei den meisten Listen bekanntlich in das 10. bis
15. Jahr, — und dass die Sterblichkeit etwas grösser ist zu
Anfang, als gegen Ausgang der zwanziger Jahre. Die hier
für die 3 jährigen Altersklassen gegebenen Zahlen der zwanzig
englischen Gesellschaften lassen dies nicht erkennen, weil die
Depression der Sterblichkeit überhaupt nur schwach ist und
durch die Resultate der Nebenalter vollständig verdeckt wird;
man ersieht es aber aus den in Tabelle XXXV für die ein
zelnen Alter gegebenen Sterblichkeitsprocentsätzen, welche zwar
schon ausgeglichen sind, aber eben deshalb — die Ausgleichung
hat gewöhnlich die Wirkung, kleine vorübergehende Abweich
ungen von dem allgemeinen gesetzlichen Verlaufe der Curve
etwas abzuschwächen — einen um so besseren Beleg für das
wirkliche Vorhandensein der besprochenen Abweichung abgeben.
*) Der absolute Genauigkeitsgrad einer Sterbenswahrscheinlichkeit
wird den Principien der Wahrscheinlichkeitsrechnung gem-is durch den
X- ^1, worin w die Ster-
wahrscheinlichen Fehler % 0,6745
JA
L
benswahrscheinlichkeit und L die Anzahl der Lebenden unter Risico
darstellt, gemessen. In Procenten der Sterbenswahrscheinlichkeit oder
des Sterblichkeitsprocentsatzes ist der wahrscheinliche Fehler also =
± 67,45
Ersetzt man in dem letzteren Ausdruck die sein-
nahe an i liegende Lebenswahrscheinlichkeit 1—w durch 1, und be
achtet, dass L w = T, wobei T die Anzahl der Gestorbenen andeutet,
-j— 67,45
so reducirt sich der relative Fehler auf ^At^* Genauigkeit
der Sterbenswahrscheinlichkeiten oder der Sterblichkeitsprocentsätze in
Procenten der letzteren ausgedrückt, ist also umgekehrt wie die Quadrat
wurzel aus der Anzahl der Sterbefälle zu schätzen. (Vergl. Wittstein,
Mathematische Statistik, und Poisson, Lehrbuch der Wahrscheinlichkeits
rechnung.)