Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III.  Buch.  Die  Verkeilung  der  Güter.

des  von  ihm  betriebenen  Geschäfts  und  der  Höhe  der  Löhne  verschieden.  3#
allgemeinen  ist  die  Zahl  der  zu  productiven  Zwecken  verwendeten  Leute  grşş
als  diejenige  der  zu  persönlichen  Dienstleistungen  benöthigten.  Wie  vue
Dienstboten  der  letztern  Art  gehalten  werden,  hängt  in  hohem  Grade  von
den  verschiedensten  Umständen,  von  Sitten  und  Gewohnheiten,  vom  Klmw
und  von  den  landesüblichen  Arten  der  Vergnügungen  ab.  Große  Hitze  un
große  Kälte  machen  unverhältnißmäßig  viele  Maßregeln  zu  ihrer  AbweY^
nothwendig,  und  so  muß  denn  zu  deren  Ausführung  in  sehr  heißen  und  »
sehr  kalten  Ländern  eine  größere  Anzahl  von  Dienstboten  gehalten  werdew
Manche  Vergnügungen,  z.  B.  das  Fischen  mit  der  Angel,  benöthigen  kew
menschlichen  Hilfskräfte;  dagegen  können  andere  Arten  des  Sports,  wie
Treibjagden,  die  Rennen  u.  s.  w.,  ohne  solche  nicht  betrieben  werden.  ->
manchen  Ländern,  namentlich  in  den  südlichern  Gegenden  Europas,  kann  e  ^
junges  Mädchen  der  höhern  Klassen  nicht  ohne  Begleitung  ausgehen;  '
andern,  nördlich  gelegenen  Regionen,  namentlich  in  England  und  in
Vereinigten  Staaten  von  Amerika,  herrscht  hinwiederum  in  dieser  Hinsicht  '
größte  Freiheit.  In  Indien  hält  man  für  jede  Art  von  häuslichen  Dienst^
z.  B.  für  das  Herbeischaffen  des  Wassers  und  dessen  Vertheilung  in  die  ^
schiedenen  Zimmer,  in  welchen  es  gebraucht  wird,  sowie  für  das  Schwingt
der  in  den  Zimmern  vorhandenen  großen  Fächer,  besondere,  also  sehr  ä®
reiche  Domestiken,  was  allerdings  bei  der  Anspruchslosigkeit  der  niedern  ^
klaffen  dieses  Landes  und  den  dortigen  unglaublich  niedrigen  Löhnen  111
allzu  kostspielig  ist.  In  Nordamerika  dagegen  wird  an  den  Auslagen  T
persönliche  Bedienung  vielfach  so  viel  als  möglich  gespart.  Will  man
die  Zahl  der  von  den  reichen  Familien  verwendeten  Arbeiter  und  Dienst  v
berechnen,  so  muß  man  auf  die  Verschiedenheiten  von  Zeit  und  Srt  Rü  h
nehmen.  Aber  auch  damit  läßt  sich  keine  ganz  genaue  Uebersicht  über  ’
Verhältnisse  gewinnen,  da  in  dieser  Hinsicht  zu  viel  von  den  individue
Eigenschaften  und  von  den  jeweiligen  Umständen  abhängt.  ^  ļfļl
Man  kann  vielleicht  behaupten,  daß  in  den  hoch  civilisirten
Europas  eine  wirklich  reiche  Familie  die  gesamte  Arbeitskraft  von  c
hundert  Familien  in  Anspruch  nimmt,  und  daß  selbst  eine  den  mittlern  ^  .
angehörige  Familie  der  gesamten  Thätigkeit  von  ungefähr  zehn  andern  be
Jedenfalls  ist  es  aber  unbestreitbar,  daß  die  Existenz  einer  jeden  l ' el ļ* flļ
Familie  das  Vorhandensein  einer  Anzahl  armer  Leute  zur  Voraussetzung^
Man  kann  es  sich  vorstellen,  daß  ein  Gemeinwesen  nur  aus  mehr  oder  we  ^
Armen  besteht;  aber  ein  solches,  das  ausschließlich  aus  Reichen
gehörigen  der  Mittelklasse  bestehen  würde,  ist  eine  Unmöglichkeit.  Die  ,
können  der  Natur  der  Dinge  nach  nur  wenig  zahlreich  sein;  die  große
der  Bevölkerung  muß  stets  aus  Armen  bestehen.
            
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