5. Kapitel
fate, die wir ihnen bisher lieferten, nunmehr von
ihnen selbst hergestellt werden, den düstren Schluß ge
zogen, daß es bald auf allen Gebieten so gehen werde
und hat namentlich dadurch vor dem Industrialismus
warnen wollen.
Tatsache ist ja, daß z. B. Brasilien, das früher
alle groben Baumwollwaren nur aus England und
Deutschland bezog, jetzt diese Dinge selbst anfertigt.
Dieser Erwerbszweig der deutschen Industrie ist aller
dings abgestorben, aber hat sich dadurch der Tausch-
prozeß im allgemeinen vermindert? Gewiß nicht! Die
Gebiete verschieben sich nur.
Man übersieht eben, daß durch die Industriali
sierung des fremden Landes zahlreiche neue Existen
zen zur Konsumfähigkeit heranwachsen, und, während
sie uns auf den Gebieten der groben Manufaktur
Konkurrenz machen, um so willigere Käufer für die
feineren lvaren werden.
Ts ist ja auch in der Tat ein Unsinn, wenn
ein Land wie Brasilien, seine Baumwolle nach Deutsch
land sendet, damit sie dort gesponnen und gewebt
und dann als Baumwollzeug zurücktransportiert werde.
Solche unnatürlichen Gebilde müssen absterben.
Das ist ja gerade die Ñufgabe des Handels, hier
über zu wachen, zu erspähen, wo wirtschaftlicher Un
sinn liegt, wo etwas sterben muß, und wo die Vor
bedingungen zu neuem Tausche vorhanden sind.
Ein schlagendes Beispiel für die angedeutete
Entwickelung haben wir in unseren Beziehungen zu
England, vor 50 Jahren sandte Deutschland seine
landwirtschaftlichen Produkte nach England, und die
ses wiederum versorgte uns mit Industriewaren.
Mit Besorgnis sahen die Engländer bei uns die