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Die Bedeutung des Tausches im ñrbeits- u. Wertbildungsprozeß
sich ihr volkswirtschaftlicher Wert. Die Bewegung tut
es, nicht das Vorhandensein.
Italiens Runstschätze sind heute eine Quelle un
geheurer materieller Einkünfte für das Land geworden,
obgleich sie lediglich zu Zwecken der ñndacht und des
Lebensgenusses geschaffen wurden, warum?
Weil sich jährlich Millionen von Menschen an
ihnen vorbeibewegen, die alle Sachwerte gegen Kunst
genuß und Erholung eintauschen.
Etwaige alte römische Volkswirtschaftler wer
den die römischen Runstdenkmäler ihrer Zeit wahr
scheinlich für höchst unproduktive Schöpfungen ange
sehen haben, dagegen das Aquädukt als eine produktive
Anlage. Das ist es auch gewiß gewesen,' aber heute
sind die Kunstwerke eine unerschöpfliche Quelle natio
naler Einnahmen, und das Aquädukt ist es nur noch
durch die Schönheit seiner Trümmer. f)icr haben
wir ein schlagendes Beispiel, daß volkswirtschaftliche
Grundgedanken nicht durch die Erfahrung aus kurzen
Epochen und die Beobachtung innerhalb enger Grenzen
gewonnen werden können, sondern nur durch einen Blick
auf den allgemeinen Zusammenhang der Dinge.
Bei Beurteilung des internationalen Tausches
von Sache gegen Arbeit ist insofern Vorsicht geboten, als
hier die Arbeit meist in Verbindung mit Rechten auf
tritt, worauf wir noch unter Abteilung C zu sprechen
kommen. Selbst, wo scheinbar ein reiner Tausch statt
findet, z. B. da, wo ausländische Saisonarbeiter in
ein Land geholt werden, um nach getaner Arbeit wieder
in ihre Heimat zurückzukehren, kann man nur privat
wirtschaftlich von einem beiderseitigen Vorteil des Tau-