Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

Schlußfolgerungen

mulleren  und  es  dem  Leser  zu  überlassen,  selber  die
notwendigen  und  zwingenden  Schlußfolgerungen  daraus ­
  zu  ziehen.

Wenn  wir  behaupten,  das  höchste  Wertobjekt  eines
Volkes  ist  der  leistungsfähige  und  bedürfnisheischende
Mensch,  hat  dann  jemand  den  Mut  zu  sagen:  „Das
ist  nicht  wahr?"
Wir  stellen  das  „bedürfnisheischend"  über  das
„leistungsfähig",  das  erstere  natürlich  immer  nur,  nach
der  Richtung  einer  höheren  sittlichen  und  materiellen
Rultur.  wer  das  leugnet,  muß  logischerweise  die  Ñrbeit
  des  Winzers  in  seinem  Weinberg  auch  dann  noch
für  nutzbringend  halten,  wenn  niemand  Wein  mehr
trinkt.
wir  sagen:  nur  diejenige  menschliche  Tätigkeit  ist
„Ñrbeit"  im  volkswirtschaftlichen  Zinne,  in  der,  neben
dem  Nutzen  für  den  einzelnen,  auch  ein  Dienst  für  die
ñllgemeinheit  enthalten  ist.
Wir  sagen:  nicht  die  Menge  der  Güter  macht  den
Wohlstand  des  Landes  aus,  sondern  ihre  Bewegung  zum
verbrauch  oder  Genuß  -  er  ist  ein  Zustand,  keine  Sache.
Dhne  ihre  Bewegung  kann  ein  Volk  bei  allen  seinen
Gütern  verarmen  und  verhungern.
Wir  sagen:  der  Zweck  der  Güter  ist  nicht  ihre
l)ervorbringung,  sondern  ihre  Vernichtung,  entweder
durch  sofortigen  Ronsum  oder  durch  langsamen  Gebrauch.
Sn  anderen  Worten:  Tine  Ware  hat  erst  dann  ihren
vollen  Wert,  wenn  sie  dahin  kommt,  wo  man  sie  braucht.
Daher  ist  der  Güterverteilungsprozeß  volkswirtschaftlich
genau  so  wertbildend,  wie  der  Produktionsprozeß.
wir  behaupten,  daß  infolgedessen  bei  freiem
            
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