Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

23

Über  ökonomische  Verte

wünschte  Existenzen  ans  Licht  kommen  könnten,  gegen
den  sprudelnden  Quell  neuer  Existenzen  überhaupt  verschließen ­
  wollten,  dann  hieße  das,  das  Rind  mit
dem  Bade  ausschütten  oder  mit  anderen  Worten  alles,
was  geboren  wird,  für  minderwertig  erklären.
Ein  Volk  aber,  das  das  herrliche  Wort  Nietzsches
empfangen  hat:  „Nicht  fort  euch  zu  pflanzen,
sondern  hinauf,  dazu  verhelfe  euch  der  Garten  der
Ehe",  darf  nicht  diesen  kleinlichen  Standpunkt  einnehmen. ­
  Wir  müssen  die  Hoffnung  haben,  daß  die,  die
neu  in  unser  Volk  hineingeboren  werden,  in  ihrer
Mehrzahl  noch  in  höherem  Nlaße,  als  wir  es  sind,
leistungs-  und  bedürfnisfähige  Menschen  werden,  und
diese  sollen  wir  nicht  mit  Neid  betrachten  als  unnütze
Ülitesser  am  gedeckten  Tische  der  Natur,  sondern  mit
Freuden  begrüßen,  als  solche,  die  wohl  mitessen  wollen,
die  aber  auch  dafür  sorgen  werden,  daß  etwas  auf
den  Tisch  kommt,  namentlich  dann,  wenn  wir  Riten
ņîcht  mehr  dafür  zu  sorgen  imstande  sind.
Rein  theorethisch  könnte  es  scheinen,  als  ob  Malthus ­
  mit  seinen  Rnsichten  doch  zuweilen  recht  hätte.
Ruf  einer  eng  umgrenzten  Fläche,  sagen  wir  in  einer
unwirtlichen  Gebirgsgegend,  oder  in  einem  politisch
streng  abgesonderten  Gemeinwesen,  kann  es  tatsächlich
Zu  viel  Menschen  geben;  aber  deren  Notlage
entspringt  doch  nicht  aus  einem  unabänderlichen  wirtschaftlichen ­
  Gesetz,  sondern  aus  mangelnder  Bewegungsfreiheit ­
  oder  mangelnder  Intelligenz.  —  Wir  dürfen
àoch  nicht  politische  Hemmungen  mit  Naturgesetzen  verwechseln, ­
  und  wenn  wir  vom  „Menschen"  reden,  so  müssen ­
  wir  den  kraftvollen,  tätigen,  intelligenten  und
aufstrebenden  Typus  zum  Rusgangspunkte  unserer  Deduktionen ­
  machen,  nie  den  energielosen,  dummen  und
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.