2. Kapitel
Wertbildung genau so wichtig, wie die, die durch
den Fleiß seiner Bauern und Fabrikarbeiter entsteht.
Das verbot der ñusfuhr bedeutender, nicht wieder
zu ersetzender Kunstschätze aus Italien ist daher eine
ungemein kluge Maßregel, und die Erhaltung der wun
derbaren Baudenkmäler ist eine Lebensfrage für Italien.
Mit dem Campanile in Venedig stürzte mehr zusammen,
als ein schöner Turm. Im verwittern und vergehen
der Baudenkmäler liegt das, was wir den Konsum
nennen, die Vernichtung, zu der sie bestimmt sind.
Indem sie den Menschen ein Dbjekt des Schauens
und des Bewunderns find, gehen sie langsam ihrer
Auflösung entgegen, und in diesem wechselseitigen Pro
zeß liegt ihr großer volkswirtschaftlicher Wert- d. h.
ihre Auflösung ist die unerwünschte, aber unerbitt
liche Begleiterscheinung des Gebrauches durch Schauen
und Bewundern. Je mehr dieser Prozeß verlangsamt
werden kann, um so besser, aber es darf nicht auf
Kosten des Schauens geschehen, sonst wird der Zweck
des Kunstwerkes nicht erreicht.
Mir können das Gbengesagte demnach dahin prä
zisieren, daß der Konsum allein der wertbil
dende Faktor ist, und daß dieser Wert durch
die Bewegung der Dinge nach diesem Kon
sum hin seinen volkswirtschaftlichen Aus
druck findet.
Wenn wir nun die Verteilung der in einem Volke
entstehenden Werte untersuchen wollen, so müssen wir
natürlich einen Maßstab haben, nachdem wir diese
Werte messen können. Das kann selbstverständlich nur
durch vergleich geschehen, denn ebenso wie eine Sache
nur an einer anderen gemessen werden kann, braucht