Full text: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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XXV 1. 
obigen Ausführungen gegeben zu haben. Es verbleibt nach 
der Erledigung der geradewegs dem Ziele zudrängenden Mo 
mente nur noch ein Hinweis auf den Wegfall einiger Hin 
derungsgründe, welche anfänglich der Abolition entgegen 
gestanden hatten. 
Es kommen vor allem drei Punkte in Betracht. Zuerst 
das Interesse des Grofskapitals, das in Westindien durch das 
Verbot der Sklavenzufuhr früher schwer geschädigt worden 
wäre. Seit dem Abfall Nordamerikas hatten sich aber die 
Verhältnisse gründlich geändert. Der englische Zuckermarkt 
litt an einer Überfüllung und Überproduktion und hatte kein 
Interesse mehr an einer Ausdehnung der Plantagenwirt 
schaft. Die Krisis war am besten durch die Unterbindung 
der Entwicklungsmöglichkeiten der konkurrierenden auslän 
dischen Kolonien, d. h. durch eine allgemeine Abolition, zu 
lindern. 
Zweitens hatte sich die Entschädigungsfrage, deren Lösung 
die Reeder und Sklavenhändler stets als ein conditio sine qua 
non hinzustellen beliebten, im Verlauf der kriegerischen Er 
eignisse glatt von selbst erledigt. Die gewaltigen Sklaven 
lieferungen an das Ausland, die früher fast 2 Is des Ganzen 
betragen hatten, waren durch den Krieg auf ein unbedeutendes 
Mafs vermindert worden. Diejenigen Schiffe, welche nach 
1803 noch Transporte besorgten, fanden mit Leichtigkeit in 
anderen Handelszweigen Verwendung, da England wegen des 
Seekrieges einen empfindlichen Mangel an Schiffen und Matrosen 
hatte. 
Zuletzt war namentlich die Furcht, dafs das Ausland den 
von England aufgegebenen Anteil an sich reifsen könnte, seit 
der Vernichtung der feindlichen Handelsflotten hinfällig ge 
worden. Frankreich, Holland und Spanien, die zunächst in Be 
tracht gekommen wären, hatten kaum noch eine Handelsmarine, 
geschweige denn einen Sklavenhandel. Dänemark konnte ihn 
nicht aufnehmen, weil es ihn bereits am 10. März 1792 ver 
boten hatte. Portugal importierte zwar noch eine stattliche 
Zahl Neger nach Brasilien, hing aber in seiner auswärtigen Poli 
tik und in seinem Aufsenhandel dermafsen von Englands Gnaden 
ab, dafs es nicht schwer gewesen wäre, von London aus nach 
Lissabon nötigenfalls einen Druck auszuüben, um die Ver- 
gröfserung des portugiesischen Handels auf Englands Kosten 
zu verhindern. Im April 1808, instruierte denn auch der 
Staatssekretär Mr. Canning den britischen Gesandten in 
Lissabon, „in jedem Bündnisverträge mit Portugal einen Ar 
tikel einzuflechten, welcher die gegenseitige Abolition oder 
wenigstens die Erklärung Portugals enthalten sollte, sich des 
Sklavenhandels zu anderen Nationen zu enthalten!“ (Papers 
on the Slave Trade, printed 12 th April 1810, Nr. 204, p. 2; 
siehe auch Bandinell, S. 127.) Auch den Vereinigten Staaten,
	        
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