zu erleichtern (siehe S. 25). Bis 1770 gelang es ihm; dann
wendete sich das Blättchen. Die in ihrer Wirtschaftspolitik
freigewordenen, aus den britischen Häfen vertriebenen Yankees
wandten sich jetzt in steigendem Mafse den französischen und
spanischen Kolonien zu und wurden seitdem unbesiegliche
Konkurrenten der britischen Zuckerrohrbauer. —]
3. Der Absentismus auf den britischen Inseln.
Noch in einer dritten Beziehung waren die britischen
Kolonien den ausländischen unterlegen: in dem vielgerügten
Absentismus. Die Mehrzahl der Besitzer britischer Pflanzungen
hielt sich gar nicht in Westindien auf, sondern lebte in Eng
land, wo sie ihre Renten verzehrte. Ihr Geld hatten sie nicht
um mäfsiger, dauernder Verzinsung willen in den Plantagen
angelegt, sondern hauptsächlich in der Absicht, sofortige,
überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen. Sie waren nur
solange sich in Westindien aufzuhalten gesonnen, bis sie ihr
Geschäft gemacht hatten; dann kehrten sie schnell wieder
nach England zurück (Carey, S. 80 ff., auch Edwards, Penny,
S. 311, Ramsay bei Sprengel, S. 5 ff. u. a.). Der Arbeit
waren sie nicht gewohnt; sie verschmähten es auch, ihre
Plantagen selbst zu leiten, sondern hielten sich dazu einen
ganzen Stab von Aufsehern. Deren Interesse lief höchstens
darauf hinaus, durch Raubbau und Überanstrengung der
ihnen anvertrauten Sklaven einen hohen, aber unnachhal
tigen Profit herauszuschlagen, um sich bei einem Stellungs
wechsel den Anschein von tüchtigen Wirtschaftern zu ver
schaffen.
Ganz anders dagegen die spanischen oder französischen
Pflanzer. Sie leiteten ihre Wirtschaft persönlich, höchstens
mit ein oder zwei Gehilfen, und legten oft selbst mit Hand
an. In den britischen Kolonien also eine grofskapitalistische,
in den spanischen und französischen eine kleinkapitalistisch
bäuerliche Verfassung. Die Lebensweise der dortigen Pflanzer
war einfach, ihre Bedürfnisse gering. Sie warfen sich auch
nicht einseitig auf den Zuckerrohrbau, sondern pflanzten
noch andere Kolonialwaren und waren dadurch unabhängiger
von den Preisschwankungen jedes einzelnen Gewächses. Ihre
Gerätschaften waren im Gegensatz zu den britischen roh und
billig. Der Siedekessel wurde hier mit einem hölzernen, auf
Jamaika mit einem kupfernen Schaumlöffel abgerahmt. Hier
filtrierte man durch ein Korbgeflecht, dort durch ein wert
volleres Drahtsieb. Die englischen Maulesel, welche die
Zuckermühlen in Gang setzten, wurden mit Hafer und Korn,
die französischen mit dem in den Siedekesseln zurückgebliebenen
Abschaum gefüttert (siehe Rep. 1789, V, Mr. Laing). Die
Betriebsunterschiede zwischen der ausländischen und britischen