Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Ostafrika,  Arabien,  Indien.

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nach  Arabien  und  Indien  abfloß.  Ebenso  wurde  Eisen  für  Waffen
nach  dem  Osten  verfrachtet,  wenn  nicht  diese  selbst  sowie  Werkzeuge ­
  aller  Art,  nach  einheimischen  Mustern  gefertigt,  mitgebracht
wurden.  Auch  Öl  und  Wein  wurde  von  manchen  Stämmen  gewünscht. ­
  Zuweilen  kaufte  auch  der  römische  Kaufmann  auf  seiner
Fahrt  in  einem  Orte  Waren  gegen  römische  Produkte,  um  die  erhaltenen ­
  Waren  an  einem  anderen  Orte  des  Ostens  gegen  jene
Dinge  einzutauschen,  die  er  eigentlich  suchte.  In  manchen  der
großen  arabischen  Handelszentren  trafen  sich  auch  die  römischen  Kaufleute ­
  mit  den  indischen,  die  ebenfalls  Metalle  und  Jndustrieartikel
importierten.  Vor  allem  holten  die  Kaufleute  des  römischen  Reichs
Elfenbein,  Schildkröten,  Myrrhe,  Weihrauch  und  Spezereien  aller
Art,  die  damals  ein  überaus  begehrter  Artikel  waren,  auch  lieferten ­
  einige  Gegenden  treffliche  Sklaven.  Während  die  meisten
Stämme  selbst  keine  Schiffe  besaßen  und  die  Römer  erwarteten,
trieben  die  Araber,  so  z.  B.  von  der  im  Südwesten  gelegenen  Stadt
Muza  aus,  einen  regen  Handel  auf  eigenen  Schiffen  sowohl  mit
dem  gegenüberliegenden  Afrika  als  auch  nach  Indien  hin  (Küstenfahrt ­
  im  Erythräischen  Meer  21).  Dieser  rege  Handel  bewirkte,
daß  manche  Produktionszweige  im  großen  organisiert  waren,  so
z.  B.  die  Gewinnung  des  Weihrauchs  (Küstenfahrt  im  Erythräischen
Meer  29).  Aber  die  römischen  Kaufleute  kamen  auch  über  Arabien
hinaus  und  gelangten  nicht  nur  längs  der  Küste,  sondern  in  kühner
Meerfahrt  nach  der  Westküste  von  Indien.  Wenn  auch  manche
Seefahrer  bis  Ceylon  und  gar  bis  China  gelangten,  so  hat  das
nicht  zu  regelmäßigen  Handelsverbindungen  geführt.  Die  Waren
Ostasiens,  die  auf  den  römischen  Markt  kamen,  so  die  chinesische
Seide,  wurden  auf  dem  Landwege,  vielfach  durch  Vermittlung  der
Parther,  zu  den  Römern  gebracht.
Der  Hellenismus  ließ  die  südlichen  und  östlichen  Städte  des
Mittelmeers  emporkommen,  der  Schwerpunkt  des  Wirtschaftslebens ­
  war  stark  gegen  Osten  verschoben  worden.  Dies  änderte
sich  zu  Beginn  der  Kaiserzeit  noch  nicht,  erst  späterhin  sehn
wir  immer  mehr  die  nördlichen  Städte  an  Bedeutung  wachsen;
so  erscheinen  im  4.  Jahrhundert  als  bedeutende  Städte  neben
Rom  nicht  nur  Konstantinopel,  Karthago,  sondern  auch  Trier,
Mailand,  Aquileia.
            
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