128 Achtes Kapitel. Ausbau und Ende der antiken Weltwirtschaft.
Achtes Kapitel.
Ausbau und Ende der antiken Weltwirtschaft.
(Vom Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr.).
Und ich sah ein weißes Pserd; und der darauf saß,
hatte einen Bogen, und es ward ihm ein Kranz gegeben,
und siegreich zog er hin, um zu siegen.
Und es zog hinaus ein anderes seuerfarbenes Pserd;
und dem, der darauf saß, ward gegeben, den Frieden
hinzunehmen von der Erde. und daß sie einander hin
schlachten, und ward ihm gegeben ein großes Schwert.
Und ich sah ein schwarzes Pserd, und der darauf saß,
hielt eine Wage in der Hand. Und ich hörte wie eine
Stimme aus den vier Tieren heraus: ein Tagmaß Weizen
einen Denar und drei Maß Gerste einen Denar, und dem
Öl und dem Weine tue nichts.
Und ich sah ein gelbes Pferd; und der darauf saß, der
hieß Tod, und der Höllengott folgte ihm, und es ward
ihnen gegeben Macht über das Viertel der Erde, zu töten
mit dem Schwert und mit Hunger und Sterben.
Offenbarung Johannes.
Die Darstellung des Untergangs der Weltwirtschaft des
Altertums fällt nicht mehr in unser eigentliches Thema und soll
hier nur als Skizze einen Platz finden. Die bisherigen For
schungen vermochten noch keinen endgültigen Aufschluß über die
Ursachen des Untergangs der Antike zu geben. Man muß im
allgemeinen zufrieden sein, hier und da eine kurze Kausalkette
auffinden zu können. Abgesehen davon, daß die Überlieferung
überaus mangelhaft ist, sind wir hier vor Probleme gestellt, die
selbst unter günstigen Umständen heute noch der Lösung harren.
So scheint schon vor Beginn der Kaiserzeit eine psychische und
physische Depravation eingesetzt zu haben, die eventuell unabhängig
von den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen war, diese aber
entscheidend beeinflußte. Dieselben wirtschaftlichen Ereignisse können
einem geistig regsamen, energischen Volk zum Segen gereichen,
während sie für ein anderes den Untergang bedeuten. Das Ver
schwinden des Genies ist z. B. eine Tatsache, die entscheidend für
die wirtschaftliche und soziale Ordnung werden kann.
Das vorige Kapitel hat uns gezeigt, daß gegen Ende der
Republik und zu Anfang der Kaiserzeit das römische Reich ein
gewaltiges Wirtschaftssystem darstellte, das durch den Handel
die verschiedenen Nationen vereinigte, so daß alle Produkte eines
Landes in jedem beliebigen Lande, wie es schien, entstanden sein