Finanzen, Kleruchen, Geld.
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ponnesischen Krieges eine Militärstation im Bereich der Propontis
anzulegen, um den durchfahrenden Schiffen einen Zoll abzunehmen.
Die politische Machtstellung bot für Athen, wie das im Alter
tum mehrfach zu beobachten ist, den Anlaß zu einer Siedlungs
politik, indem in gewisse Städte, die nicht sicher schienen, entweder
nach Vertreibung der früheren Bewohner oder neben dieselben
athenische Bürger verpflanzt wurden. Diese Kolonien, die wir
bereits im 7. Jahrhundert antreffen, unterschieden sich prinzipiell
von den meisten andern (S. 33), indem sie in dauernder Abhängig
keit vom Mutterlande blieben, den römischen Ansiedlungen ver
gleichbar (S. 94). Die Ansiedler — Kleruchen genannt — stellten
in gewissem Sinne vorgeschobene militärische Posten dar, sie mußten
auch dementsprechend im Kriegsfall Athen Hilfsmannschaft zur Ver
fügung stellen. Zum Teil dienten diese Landverteilungen besonders
vom 5. Jahrhundert an ebenso der allgemeinen Bereicherung der
breiten Schichten des Volkes wie die verschiedenen Geldzahlungen,
die Spenden und vieles andere, aber dies alles vermochte nicht die
Folgen der ungeregelten Geldwirtschaft zu paralysieren.
Die Einführung eines allgemeinen Zahlungsmittels hatte
immer stärker gezeigt, daß die bequemste Art, zu Macht zu gelangen,
der Besitz von Zahlungsmitteln sei oder zum mindesten das Forde
rungsrecht auf Zahlungsmittel. Da die Bedeutung eines Quan
tums des allgemeinen Zahlungsmittels im allgemeinen unabhängig
davon war, ob man das Zahlungsmittel heute oder in einem Jahr
verwendete, erschien es zweckmäßig, es nur dann einem andern
zur Verfügung zu stellen, wenn der andere mehr als die ausge
liehene Summe zurückgab. Der Handel hat so in doppelter Weise
dazu beigetragen, daß die Rückzahlung der entliehenen Summe
mit Zinsen das gewöhnliche wurde, einerseits, weil er die Kon
trolle der Einnahmen des Schuldners erschwerte und so Verträge
auf Anteile am Ertrag, ohne Rückzahlung der Schuldsumme, fast
unmöglich machte (S. 14), andererseits, weil er das allgemeine
Zahlungsmittel begünstigte (S. 12), das, wie wir eben sahen,
ebenfalls zur Einführung der Rückzahlung der entliehenen Geld
summe mit Zinsen drängte.
Da die verschiedenen Staaten meist nach verschiedenem Fuß
prägten und überdies geheime und offenkundige Münzverschlech
terungen häufig vorkamen, war es für Kaufleute, die nicht gerade
Rückfracht nehmen wollten, schwierig, mit fremdem Gelde etwas zu
kaufen — falls dieses nicht wie z. B. das athenische vollwertig war
ANuÄ 258: Neurath, amile Wirtschaftsgeschichte. 5