1 Einleitung
die der „Verein für Sozialpolitik“ über das Handwerk, den Klein-
handel, sowie über das landwirtschaftliche Proletariat veröffent-
licht hat”.
Eine durchaus richtige Charakteristik der „Historiker“ gibt
der Vater der österreichischen Schule, Karl Menger: „Die äußer-
liche Verbindung gediegenen historischen Wissens mit
einem sorgfältigen, aber führerlosen Eklektizismus auf dem Ge-
biete unserer Wissenschaft (Menger versteht darunter die
Theorie der politischen Oekonomie. N. B.) bildet den Ausgangs-
punkt, zugleich aber den Höhepunkt ihrer (der historischen
Schule. N. B.) Entwicklung”.
Ein ganz anderes Bild bietet die österreichische
Schule. Sie betrat die wissenschaftliche Bühne in scharfer
Opposition gegen den Historismus. Im polemischen Wettkampf,
der am schärfsten zwischen Karl Menger und Schmoller ausge-
fochten wurde, enthüllten die neuen Theoretiker der Bourgeoisie
ziemlich vollständig die Grundfehler ihrer Vorgänger; sie for-
derten wiederum die Notwendigkeit der Erkenntnis der „typi-
schen Erscheinungen‘, der „allgemeinen Gesetze‘ (der „exakten
Gesetze‘, nach der Bezeichnung von K. Menger). Nachdem die
österreichische Schule eine Reihe von Siegen über die Historiker
davongetragen hatte, überfiel sie in Person von Böhm-Bawerk den
Marxismus und verkündete dessen gänzliche theoretische Unzu-
länglichkeit. Die Marxsche Theorie ist „nicht allein unrichtig,
sondern nimmt sogar, wenn man auf ihren theoretischen Wert
sieht, einen der letzten Plätze unter allen Zinstheorien ein... A
— so das Urteil Böhm-Bawerks.
Es ist nicht zu verwundern, daß der neue Versuch der bür-
gerlichen Ideologen*® mit der Ideologie des Proletariats so scharf
© Besonders eingehend ist das Handwerk untersucht worden. Den Grund
dafür finden wir in einer Erläuterung von G. Schmoller: „Nur die Erhaltung
eines . . . Mittelstandes kann ... uns davor bewahren, in letzter Instanz einer
politischen Entwickelung entgegenzugehen, die in einer abwechselnden Herr-
schaft der Geldinteressen und des vierten Standes bestehen wird ... nur sie
(die soziale Reform. N. B.) erhält die Aristokratie der Bildung und des Geistes
an der Spitze des Staates“ (G. Schmoller: „Ueber einige Grundfragen der So-
zialpolitik und der Volkswirtschaftslehre“, Leipzig 1898, S. 5 u. 6).
13 Karl Menger: „Die Irrtümer des Historismus in der deutschen National-
Ökonomie‘, Wien 1884, Vorwort, S. IV.
14 Böhm-Bawerk: „Kapital und Kapitalzins‘“, S. 517.
15 Der in keiner Beziehung zum Sozialismus stehende H. Dietzel bemerkt
dazu: „Wenn Hohoff sagt, daß nicht dem Verstande, sondern dem Willen