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III. Abschnitt
Die neue Orönung des Volkes
Die neue Bewertung
Jeder strebende Mensch trachtet nach Geltung unter seinen Mit-
menschen. Diese Geltung wird nach den Sitten und Gebräuchen ge—
messen, welche grundlegend für die Anschauungen dieser Mitmenschen
sind. Wenn der strebende Mensch sich Geltung errungen hat, so ist
sein Wert nach irgendeiner Form gemessen worden, er wird von seinen
Mitmenschen also bewertet. Er erhält gewissermaßen einen Platz in
der Rangordnung der nationalen Gesellschaft. Das Wesentliche für eine
GBesellschaft ist der Maßstab, mit welchem sie bei der Bewertung
des Einzelnen mißt.
Die alte bürgerliche Gesellschaft verwandte als Maßstab für diese
Bewertung vornehmlich den Besitz an materiellen Gütern oder er—
erbtem Glanz. Der innere Wert des Menschen trat vor diesen äußeren
Eigenschaften und Besitztümern zurück. Die Verwendung dieses Maß—
stabes zur Bewertung des Einzelnen führte zu einer bürgerlichen Rang—
ordnung, an deren Spitze Kaste und Geld standen. Der innerdeutsche
Freiheitskampf empört sich nicht nur gegen eine solche Herrschaft,
sondern auch gegen die Bewertung des Einzelmenschen nach ihrem
System.
Das Volk empört sich gegen eine Stufung und
Rangordnung, welche dem ureigensten deutschen Wesen
widerspricht, weil sie den Gesetzen sittlicher Wert—
messung nicht folgt.
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