Desorganisation und Jnunoralität in der Produktion bleibend
einnisten zu wollen. In Folge vorausgegangener guter Jahre
in dieser Industrie, in Folge wenig befriedigender Jahre in
unserer kleinbäuerlichen Landwirthschaft und wegen der ge
drückten Lage in anderen Industrien hatten sich fortwährend
zahlreiche nene Elemente der Stickerei zugewandt, wodurch
deren Produktionskräfte eine Stärke erreichten, welche selbst in
flotten Geschäftszeiten kaum verwerthet werden konnte, ge
schweige denn in flauen. Dieser ungesunde Ueberschusz an
Produzenten trieb die Stickerei schon an sich so recht eigent
lich in das Fahrwasser einer beständigen lleberproduktion. Da
diese neuen Elemente als Abgestoßene der Urproduktion und
anderer Industrien begreiflicherweise nur eine quantitative Ver
stärkung der Produktionskraft und in den seltensten Fällen
auch eine qualitative im Gefolge hatten, so zeitigten sie mit der
Gefahr beständiger lleberproduktion die nicht viel kleinere eines
qualitativen Niederganges der Industrie.
Die ökvnontzsche Depression, die seit Ende 1883 ans den
hauptsächlichsten europäischen und außereuropäischen Absatz
gebieten der Stickerei herrschte, trug in Verbindung mit der
Herrschaft schntzzöllnerischer Prinzipien in der kontinentalen Han
delspolitik wesentlich zum iibcrmäßigen sich Geltendmachen dieser
ungesunden Keime bei. Die Nachfrage der auswärtigen Kon
sumation stand schon seit Mitte 1883 in keinem Verhältnisse
mehr zum Angebot und zur Produktion. Die Löhne sanken
auf eine nie gekannte Tiefe. Diese hinwieder ermnthigte die
Spekulation zu allen Ausschweifungen. Gestützt ans die tiefe
Lohnbasis überwucherte ein waghalsiges Konsignationsgeschäft,
welches wieder redlich dazu mithalf, Lohn und Produktion
auf der abschüssigen Bahn in beschlennigtem Tempo abwärts
zìi schieben. Jede Auktion ans den großen Weltmärkten ge
staltete sich zum Markstein eines neuen Schrittes in absteigender
Linie. Die Löhne, welche schon tin März 1884 auf 32 Cts.
per 100 Stiche für 4 / 4 und auf 26 Cts. für c / 4 gesunken