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Lande aufrecht erhalten, das aus eigener Kraft
mobile Kapitalien nur erst in ganz winzigen
Mengen hervorbringen kann. Sergej Julje-
witsch wußte Rat. Mußte man denn dem
Schneckengang der Entwickelung seinen Laus
lassen? Konnte man sie nicht zwingen, ein
etwas schnelleres Tempo einzuschlagen? Man
schelte den Mann nicht, der so dachte. Er be
herrschte wie ein Virtuos alle Künste der Finanz
technik. Kühn und klug hatte er den Rubel in
Gold verwandelt. Er pfropfte nach und nach
die ganzen dem Westen abgeguckten Finanz-Ein
richtungen einem Wirtschaflskörper auf, der
völlig unempfindlich dagegen blieb. Mit Zoll
mauern umgürtete er sein Land, um eine
russische Industrie zu schaffen. Der-Erfolg: In
Massen strömte das Kapital aus Holland, Belgien,
Frankreich und Deutschland herein, brachte zum
Teil die eigenen Arbeiter mit- und zog jahraus,
jahrein fette Dividenden aus dem Land. Die
eigene national-russische Industrie aber ent
wickelte sich in dem schwerfälligen Tempo, wie
die Natur nun einmal ihre Früchte zur Reife
zu bringen pflegt. Dafür aber machte sich an den
Börsen die Spekulation breit, trieb die Aktien
unter Patronage der Regierung in die Höhe.
Aus der Ferne besehen, blühte und sproßte
alles in Rußland. Aber in Wirklichkeit war
das alles Firnisglanz. Gegen die Lebhaftigkeit
in den oberen Regionen stach die Lethargie
der breiten Schichten erschreckend ab. Diese
ganze falsche Glückseligkeit wurde nicht nur
unter totaler Verständnislosigkeit der breiten
Volksmassen geschaffen, sondern vor alleifi aus
ihre Kosten. Die Geldverpflichtung an das
Ausland stieg beständig. Aber der industrielle
Export, aus den Witte gehofft hatte, blieb aus.
Alles, was exportfähig war, mußte daher ins
Ausland geschafft werden. Vor allem natürlich
Getreide. In den einzelnen Distrikten ver
hungerte der Bauer auf seiner abgewirt
schafteten Scholle. Aber durch Differentialtarife
ward von Staats wegen aus den Eisenbahnen