Full text : Russlands Bankerott

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Der  Handelsvertrag ­
  als
Geldquelle

(Nordernex  und  AömgsKerg.
(23.  Juli  >904.)
In  Norderney  hat  sich  eine  wichtige  Staatsaktion ­
  abgespielt:  Die  Grafen  Bülow  und
Posadowsky  haben  mit  Herrn  Witte  über  den
deutsch-russischen  Handelsvertrag  beraten.  Was
dabei  herausgekommen  ist,  erfährt  man  natürlich ­
  nicht.  Die  Reporter,  die  den  Spuren  der
hohen  Herren  an  den  Nordseestrand  gefolgt
waren,  haben  sich  damit  begnügen  müssen,  über
Mohrchens  Gesundheit  und  die  niedrige  Strandmütze ­
  des  Grafen  Posa  zu  berichten.  Allenfalls
hat  man  noch  das  Genie  gelobt,  mit  dem  unser
Kanzler  aus  den:  einfachen  Norderney  ohne  alle
Apparate  ein  politisches  Weltbad  machte.  Aber
trotzdem  weiß  man  genug!  Daß  gerade  Herr
Witte,  der  vor  kurzem  erst  als  Präsident  des
russischen  Ministerkomitees  kalt  gestellte  ehemalige ­
  Finanzmeister  des  Zarenreiches,  jetzt
wieder  ins  Treffen  geschickt  lvird,  hat  in  Finanzkreisen ­
  verständnisinniges  Schmunzeln  hervorgerufen. ­
  Konnte  wirklich  kein  anderer,  kein
geringerer  uin  den  Fünfmarkzoll  auf  Getreide
mit  deutschen  Exzellenzen  und  Geheimräten
feilschen?  Das  zu  glauben,  überlassen  die  Klugen
den  Lesern  jener  Zeitungen,  die  mit  feierlicher
Wichtigkeit  Herrn  Witte  als  den  Vater  des
deutsch-russischen  Handelsvertrages  im  Jahre
1893  preisen.  Den  Finanzherren  bedeutet  Sergej
Juljewitsch  Witte  viel,  viel  mehr.  Sie  wittern,
wo  sie  ihn  sehen,  Verdienste.  Bisher  hat  diese
Witterung  nie  getäuscht.  Sollte  sie  es  diesmal?
Ich  glaube  es  nicht.  Mir  war's  vom  ersten
Augenblick,  wo  Wittes  Name  als  Unterhändler
            
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