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Die Anleihe
gescheitert
Der LusaminenKruch.
(11- November 1905.)
Die Revolution hat wieder einmal die
Kapitalisten geschützt. Denn die Vertreter der
französischen, deutschen und englischen Bankwelt
sind aus Petersburg zurückgekehrt, ohne eine
neue Anleihe mit der Regierung des Zaren ab
geschlossen zu haben. Wären die Straßenrevolten
in den russischen Städten auch nur ein paar
Wochen später erfolgt, Gras Witte hätte seine
neuen Millionen in der Tasche gehabt, und
binnen weniger Tage wäre die unbequeme Last
von den Finanzgruppen auf die Kapitalisten der
verschiedenen Länder abgewälzt worden. Aber
die Unterhändler wurden zu Zeugen der wachsen
den Revolutionierung des Landes. Durch die
Türen des Finanzministerpalais, wo mit ihnen
unterhandelt wurde, drangen der Lärm der
Prozessionen, das Knattern der Gewehrsalven,
die Wutschreie der von der kosakischen Knute
Bedrohten herein. Die Ruhe der Konferenzen
wurde durch kaiserliche Adjutanten und Kammer
lakaien gestört, die Witte nach Peterhof befahlen,
wo der Herrscher aller Reußen wie weiland
Ludwig XVI. zwischen dem, durch die Prinzen
seines Hauses aufgestachelten, Machtinstinkt und
den Vernunftgründen weniger ehrlicher Rat
geber ratlos hin- und herschwankte. Von Tag
zu Tag wurden die Mienen der Unterhändler
düsterer. Graf Witte sah die zunehmende Zag
heit und griff zum letzten Mittel: die Zeitungen
mußten Empörung heucheln über die allzu
harten Bedingungen, durch welche von der
internationalen Bankwelt Rußlands Notlage