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Teil IV. Girobanknotariat.
In Arsinoe* verlangte man gewöhnlich* keine Beeidigung
des Antrages an das Besitzamt, wohl aber in Hermupolis*
und in Oxyrhynchos. Auch in diesem Punkte treten, wie so
oft, die Gauunterschiede hervor.
Der Antrag P. Oxy. III 483 (108 n. Chr.) schließt mit den
Worten (Z. 18ff.):
è7nòíò[ui]jai [t]ò ÚTrópv[ri]|Lia, õttujç gù è7Ti(T[TeíXr)ç]
Toîç Tfjç liTiTpOTTÓXeujç àTopavópo[iç oõtTi òè] Kai pvfj-
pom xeXeiôicrai tòv xpnPct[Ticrpóv], diç KaOpKei, kuí [ôjpvúu)
Oeoòç Zeßa[(TT00q] xai Tf|v AÚTOKpáxopoç Kaíaapoç Népou[a]
TpaiavoO Zeßaaxoö feppaviKoO AaKj[KoO] Tóxpv xai xoòç
TTUxpihouç Oeoòç eivai xàç TTpoK[eip]évaç àpoúpaç eibíaç
pou Ka[i] KaOapàç à[KÒ Trjáariç xaxoxhk] bnp[o]-
aíaç x[e] xai iòioòi[xfiç] eiç xfiv èveaxôKTav f)pépa[v].
[*Exouç] xxX.
Darunter folgt die eigenhändige Unterschrift des Antrag
stellers: ’AxiXXáç Aiòúpou ènebéôuüxa xal ôpújpox[a] xòv öpxov.
Das ènícTxaXpa des Besitzamtes steht, wie oben in BGÜ. 379,
so auch in P. Oxy. III 483 am Fuße der Eingabe :
ZapaTTÍuuv ó (Jòv Géuuvi ßußXio(p0X(aS) àTOpavó(poiç)
pnx(po)nóX(euuç) xa(íp€iv). 'Exei ’AxiXXaç èv àíroTpaqpíl
xàç àpoúpaç é'H, òiò ènixeXeixe, ibç xaOiíx(ei). "Exouç xxX.
Man könnte meinen, daß der Eid in der Eingabe überflüssig
sei, weil das Besitzamt Vorhandensein und Belastung des Besitzes aus
den bei ihm lagernden Urkunden ersehen kann ; aus diesem Grunde
hat man vermutlich auch in Arsinoe den Eid für entbehrlich gehalten.
Indessen hat doch auch der Eid rechtlichen Wert, denn es können
Veränderungen vorhanden sein, die dem Besitzamte nicht angezeigt
worden sind ; jedenfalls wollte man durch den verlangten Eid erhöhte
Sicherstellung der Anspruchsberechtigten herbeiführen. Die behörd-
‘ BGU. 379 (67 n. Chr.); 184 (72 n. Chr.); P. Lond. II S. 151 Nr. 299
(128 n. Chr.); 300 (129 n. Chr.); P. Fay. 31 (um 129 n. Chr.).
» Eine Ausnahme scheint P. Fior. I 67 Kol. II (um 165 n. Chr.) zu sein;
indessen läßt die starke Zerstörung des Papyrus den näheren Zusammenhang
nicht erkennen. Vgl. unten S. 308 f.
' P. Lond. III S. 116 Nr. 903 (2. Jahrh. n. Chr.). Wenn es in diesem
Papyrus (Z. 17) heißt : dSiOCi ém[aT]eî\ai xp«p[iiaTeî Tfiç irlóXeujç ouvxpripu-
TÍZçiv poi ktX., so liegt wohl ein Versehen vor. Der Tpappareùç iróXeujç
(vgl. Preisigke, Städt. Beamtenwesen S. 9 Anm. 6) hat mit Notariatsgeschäften
nichts zu tun.