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geblieben. Der Klassenunterschied von Kapitalist und Arbeiter
besteht fort und damit die Grundlage des politisch und wirtschaft
lich den deutschen Volksfrieden vergiftenden Klassenkampfes, der
die Aufbauarbeit, die jetzt bevorsteht, in allergrößte Gefahr bringt.
Die Arbeit als Werteinlage.
Der Gedanke, daß durch eine Beteiligung des arbeitenden
Menschen am Ertrage wirtschaftlicher Unternehmungen eine
die Volkswirtschaft fördernde Interessengemeinschaft zwischen
Unternehmertum und Arbeiterschaft herausgebildet werden kann,
ist bereits in weite Kreise des Volkes eingedrungen. Der Grund
gedanke ist dabei der, daß der Arbeiter durch die Gewinnbeteili
gung zu erhöhten Leistungen angespornt wird. Aber in den
meisten Fällen ist die Gewinnbeteiligung nur als ein Lohnsystem
und nicht als eine besondere Unternehmungsform gedacht
und ermöglicht dem arbeitenden Menschen auch nicht die Teil
haberschaft am Gesamtkomplex des Unternehmens. Ursprünglich
hat sich die Arbeiterschaft gegen jede Gewinnbeteiligung gesträubt.
Sie glaubte darin ein Mittel sehen zu sollen, das ihre großen Organi
sationen, durch die sie im Lohnkampf stark geworden war, zu zer
trümmern geeignet wäre. Zweifellos hat eine große Anzahl von
Vorschlägen der Gewinnbeteiligung diese Tendenz, aber es ist
durchaus nicht notwendig, daß die Beteiligung des arbeitenden
Menschen am Ertrage wirtschaftlicher Unternehmungen den Ge
danken der Arbeiterorganisationen irgendwie berührt, und das
hat zu dem Erfolge geführt, daß der Allgemeine Deutsche Gewerk
schaftsbund seine Haltung zur Frage der Gewinnbeteiligung bereits
merklich geändert hat. Seine Begründung geht darauf hinaus, daß
die Notwendigkeit einer Steigerung der Arbeitsleistungen zu dem
notwendigen Ausgleich einer Gewinnbeteiligung geführt hat, und
daß durch die Einführung des Betriebsrätegesetzes als Anfang
eines konstitutionellen Arbeitssystems eine Sicherheit gegen eine
Verschleierungstaktik des Kapitalisten geschaffen ist. Die bis
herigen Bedenken gegen die Möglichkeit einer wirksamen Kon
trolle der Geschäftsführung und Gewinnverteilung sind dadurch
beseitigt. Es kommt jetzt auf das System an, das dem berech
tigten Streben des arbeitenden Menschen nach dem Ertrage seiner
Arbeit in gleicher Weise gerecht werden muß, wie dem Kapital,
das die Grundlage für eine produktive Tätigkeit der Arbeit bietet.