Resolutionen zur chinesischen Frage. yo
1. Die chinesische Delegation ersucht alle am Kongreß anwesenden Delegierten der ver-
schiedenen Länder, bei ihren Regierungen energisch dafür einzutreten, daß diese die vollen
und regelrechten Beziehungen zur chinesischen Nationalregierung in Kanton aufnehmen, und
daß die Delegierten eine Bewegung entfachen mögen zugunsten der allseitigen Anerkennung
der Nationalregierung zu Kanton, der einzigen rechtmäßigen Regierung Chinas.
2. Die chinesische Delegation ersucht den Kongreß: = m
a) den Delegierten unverzüglich nahezulegen, sich mit den politischen Organisationen
der von ihnen vertretenen Länder in Verbindung zu setzen und sie aufzufordern,
die entsprechende Regierung daran zu hindern, Kriegsmaßnahmen irgendwelcher
Art gegen die chinesische nationalrevolutionäre Bewegung zu ergreifen,
h* die Transportarbeiter-Internationale zu bitten, daß sie sich weigert, dem britischen
Imperialismus in irgendwelcher Weise Vorschub zu leisten, und insbesondere es ab-
lehnt, Truppen und Munition der englischen Expedition nach China zu transpor-
tieren; um so eine drohende Katastrophe zu verhindern.
3. Die chinesische Delegation ersucht den Kongreß: die liberale Partei, die Labour
Party und die Kommunistische Partei Großbritanniens aufzufordern, eine energische Aktion
in Gang zu bringen zur sofortigen Zurückrufung der gegen China entsandten Truppen; ım
Falle aber, daß die britische Regierung trotzdem ihre aggressive Politik aufrechterhäölt,
tritt die gebieterische Notwendigkeit ein, einen Generalstreik dagegen ins Auge zu fassen.
A. Im Interesse der Wahrheit, die so oft von den britischen, im Solde des Imperialismus
stehenden Zeitungen verfälscht wird, — schlägt die chinesische Delegation dem Kongreß
vor, evtl. die Entsendung einer Delegation des Kongresses ins Auge zu fassen, um an Ort
und Stelle die verbrecherischen Taten der britischen Behörden und Machthaber in China zu
studieren, und zwar im besonderen: das Massaker zu Schanghai 1925, das Massaker zu
Cha-Kai (Kanton-Gebiet), die Zerstörung der Stadt Wan-Hsien, wo mehrere Tausend Opfer
aus den Reihen der völlig unschuldigen Zivilbevölkerung fielen.
5. Die chinesische Delegation versichert, daß China den Befreiungskampf bis zur völligen
Verdrängung des Imperialismus fortsetzen wird. In diesem Kampfe erwartet es die aktive
Unterstützung der Werktätigen aller Länder.
IL.
Gemeinsame Erklärung der indischen und der chinesischen Delegation.
Während mehr als dreitausend Jahren waren die Völker Indiens und Chinas durch engste
Kulturelle Bande vereinigt. Seit den Tagen Buddhas bis zum Ende der Mogul-Periode und
dem Beginn der britischen Herrschaft in Indien währte diese freundschaftliche Verbindung
Ununterbrochen.
Nachdem sich die Ostindien-Company durch Gewalt und List einen großen Teil Indiens
erobert hatte, hielt der englische Kapıtalismus nach neuen Rohstoffquellen und neuen Märk-
ten Ausschau. Nicht allein, daß er die Mohn-Kulturen in solchen Gebieten einführte, wo
bis dahin Nahrung gewachsen war, sondern er zwang auch die Einfuhr von Opium den
Widerstrebenden Chinesen mit Waffengewalt auf. Seit dem unseligen Opiumkrieg von 1840
bis 1842 wurden immer wieder indische Söldnertruppen nach China entsandt, um die
Macht der britischen Imperialisten in diesem Lande zu sichern. 87 Jahre lang sind indische
Truppen in dieser Weise mißbraucht und Tausende von Indiern sind ständig als Polizisten
In Hongkong, Schanghai usw. stationiert worden. Noch später wurden sie gebraucht, um
Chinesische Arbeiter niederzuschießen und haben so dazu gedient, in China den. Unwillen
Segen das indische Volk großzuziehen. Ja, in dem Augenblick, wo wir diese Erklärung heraus-
Seben, sind wieder indische Truppen auf dem Wege nach China, um zu helfen, die chinesische
Revolution niederzuschlagen.
Y ” Mit der Erstarkung des britischen Imperialismus wurde Indien mehr und mehr von der
erbindung mit China abgeschlossen, und durch seine kulturelle und intellektuelle Isolierung
Steht das indische Volk der Lage in China jetzt vollkommen indifferent gegenüber.
Diese außerordentliche Unwissenheit ist es, die es heute schwierig macht, die Verwendung
Von indischem Gelde und indischen Streitkräften zur Versklavung des chinesischen Volkes
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