Object: Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

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land »kein selbständiges Ziel der Wirtschaftspolitik sei, sondern eher 
ein Nebenprodukt der fiskalischen Bestrebungen der Regierung« 1 ). 
Dies ist nicht ganz richtig. Die russische Zollpolitik ist gewiß 
von den fiskalischen Interessen der Regierung beherrscht. Trotz 
dem ist es nicht zu leugnen, daß diese Politik auch ganz be 
stimmte protektionistische Ziele verfolgte und daß der Protektio 
nismus eine selbständige Rolle in der russischen Zollpolitik spielte. 
Folgende Tabelle veranschaulicht den Entwicklungsgang des Zoll 
protektionismus in Rußland und die Veränderung, die die Norm 
der Zollbelastung in den Jahren 1870—1908 erfahren hat: 
Rohstoffe 
Jahre 
und Halb 
fabrikate 
Fabrikate 
Differenz 
Prozent 
Prozent 
Prozent 
1870 
7,7 
11,8 
4,1 
1875 
7,9 
12,6 
4,7 
1880 
”,7 
16,6 
4,9 
1885 
13,8 
24,9 
11,1 
1890 
18,3 
26,0 
7,7 
189S 
24,5 
24,1 
- 0,4 
1900 
23,7 
24,6 
0,9 
1905 
25,6 
22,3 
-3,3 
1908 
25,2 
24,8 
-0,4 
Analysieren wir die Aenderung der Zollsätze auf Fabrikate, 
so finden wir, daß in den siebziger und besonders in den achtziger 
Jahren diese Sätze sehr rasch in die Höhe gingen, von da an 
bleiben sie fast auf demselben Niveau stehen. Der Zoll auf Roh 
stoffe und Halbfabrikate dagegen, der in den siebziger und acht 
ziger Jahren eine rasche Steigerung erfuhr, wuchs auch weiter und 
erreichte im Jahre 1895 das Niveau, auf welchem sich die Ver 
zollung der Fabrikate befindet; seit da bleibt er stationär. Die 
Differenz zwischen der Belastung der Fabrikate und derjenigen der 
Rohstoffe, die vom Jahre 1870 an unaufhörlich stieg und im 
Jahre 1887 eine Maximalgrenze (15,40/0) erreichte, sank dann im 
Jahre 1894 bis auf 1,4°/o und ergab schließlich im Jahre 1898 ein 
umgekehrtes Maximum von —,6°/o. Der Handelsvertrag mit Deutsch 
land vom Jahre 1894 spielte somit die Rolle eines Wendepunktes 
in unserer Schutzpolitik. Bis zu diesem Jahre wurde hauptsächlich 
die Produktion der Fabrikate, nach diesem Jahre die Gewinnung 
'' Ibid. S. 694.
	        
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