fullscreen: Die Social-Demokratie

122 V. Der Klassenhaß und die Loc »Demokratie. 
„nur der Vo%n fällt, daß dagegen ohne Arbeit die Kapi- 
„talistenklasse den Zins und Unternehmergewinn an sich zieht 
. Wir fordern nur, daß nicht bloß der Lohn, sondern 
„auch jener Theil des durch Arbeit erzeugten Werthes, den 
„jetzt die Kapitalistenklasse für sich in Beschlag nimmt, den Arbeitern 
„zufalle. Und diese und keine andere Forderung versteht Jeder' 
„mann unter der Formel: den vollen Arbeitsertrag 
„für den Arbeiter." Die Vertheilung des gemeinschaftlichen 
Arbeitsertrags muß also lediglich unter die Arbeiter mit 
Ausschluß des Unternehmers erfolgen. Eitier solchen Forde 
rung entspricht die bei der heutigen Produltionsweise herr 
schende Vertheilung des Arbeitsertrags allerdings keineswegs, 
da sie auch dem Unternehmer einen Theil des durch die 
gemeinschaftliche Arbeit erzeugten Werths zuweist. Es be 
schuldigt darum die Social-Demokratie die heutige kapitalistische 
Produktionsweise einer Beraubung der Arbeiter, da ihnen 
von dem Arbeitsertrag soviel entzogen werde, als der Ueber- 
schuß des durch die Arbeit erzeugten Werthes über den ge 
zahlten Arbeitslohn betragt, folglich eine Beraubung in Höhe 
des bem Fabrikanten zugefallenen Unternehmcrlohns, und cs 
wird das ganze Lohnverhältniß kurzweg als Ausbeutung ge 
brandmarkt. Wohlverstanden, das Lohnverhältniß an sich, 
nicht eine mißbräuchliche Ausnutzung desselben gilt dem Socia 
lismus als Ausbeutung, auch wenn ein noch so hoher Arbeits 
lohn bezahlt wird, sobald nur etwas, und sei es auch ein 
noch so fletiier Theil des Arbeitsertrags dem Unternehmer 
zufällt. 
Das Thema von der Ausbeutung wird bei der socia 
listischen Agitation fleißig lraktirt und vielfach variirt.*) Aber 
*) Als Kuriosum theilen wir folgende Leistung der „Süd 
deutschen Bolkszeituug" mit, deren sich der Redakteur derselben, 
C. Hillmann, als Beleg seiner Wissenschaftlichkeit und sorgfältigen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.