fullscreen: Die Social-Demokratie

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Vili. Socialistische Zukunftsbilder. 
wolkenlosen, stets heiteren Himnlel gleicht, in dem das Leben 
aller so ruhig dahinfließt, wie ein von keinem Windhauch 
berührter Strom, wird uns auf dieser Erde niemals be- 
schieden sein. So weit die Geschichte der Menschheit zurück 
reicht, weiß sie uns auch von Elend und Noth zu erzählen, 
und so lange Menschen auf dieser Erde wohnen, wird auch 
das Elend auf ihr eine Stätte finden, wird ein gewisses, 
stets wechselndes Maß von Jammer aller Art dcni Leben 
der Menschen beigemischt sein. Die Ursache hievon liegt 
in bem Menschen selbst. Wir müßten die Erde statt 
mit Menschen mit Engeln bevölkern, wenn die Erde eine 
Stalte ungestörten und ungetrübten Glücks werden sollte. 
Eine vernünftige Lösung der socialen Frage bescheidct sich 
daher, nicht alles Elend tilgen zu wollen, sondern nur die 
allzu große Differenz zwischen dem Wohlstand einer kleinen 
Minderheit und der Noth einer großen Mehrheit zu besei 
tigen. Sie will nicht gleich machen, aber doch die allzu 
schroffen Gegensätze zwischen Reichthum und Armuth aus 
gleichen. Sie will denen, die auf den untersten Stufen der 
socialen Leiter ihren Platz gefunden und mit Nöthen und 
Entbehrungen mancherlei Art zu kämpfen haben, das Leben 
erleichtern. Aber wenn es ihr auch gelingen sollte, diese ihre 
Aufgabe einigermaßen zu bewältigen, so wird sie daran nichts 
zu ändern vermögen, daß nicht selten unter der Hülle 
äußeren Glanzes das größte Elend verborgen ist, und daß 
noch viel häufiger wahres Glück von recht bescheidenen 
äußeren Verhältnissen eingerahmt ist. Wenn man in der 
socialen Frage nicht auf gefährliche Irrwege gerathen will, 
die von dem ihr gesteckten Ziel abfiihren, so darf der Punkt 
nicht übersehen werden, daß nicht ausschließlich und ausnahms- 
los Glück mit Reichthum und Unglück mit Armuth sich zu 
paaren pflegt. Auch wenn man den äußeren Wohlstand ganz
	        
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