der bäuerlichen Wirtschaft eine schroffe Demarkationslinie
zwischen der Produktion und der Haushaltung, dem Ver-
brauch, was wiederum auch für die sozialistische Gesell-
schaft. kennzeichnend ist.
Dieser Vergleich, bei dem sich unsere Forscher des So-
zialismus offenbar beruhigen, würde in der Tat wesentlich
zur Lösung des Problems der Regelung der sozialistischen
Wirtschaft beitragen, wenn ..: nun, wenn die beiden Wirt-
schaftsorganisationen sich auch in ihrem Umfang nahekom-
men. würden. Die bäuerliche Wirtschaft 1äßt sich von einem
gesunden Bauernverstand übersehen und handhaben. Reicht
aber eine analoge Intuition hin, um nicht nur die soziali-
stische Wirtschaft des großen Rußlands, sondern auch schon
die eines Kleinstaates zu übersehen?! In derartigen Fällen
werden eben die quantitativen Unterschiede zu qualitativen.
Das Zentralorgan der sozialistischen Wirtschaft, sagen
wir der Oberste Volkswirtschaftsrat, wird, da er den schnell
reagierenden Barometer der Marktpreise nicht mehr besitzt,
gezwungen sein, um die Produktion in Harmonie mit den
sozialen Bedürfnissen zu bringen, zuerst irgendwelche Unter-
lagen zu sammeln, um die Art und die Menge der zur Be-
friedigung dieser Bedürfnisse nötigen Gegenstände zu be-
stimmen; sodann wird er die verfügbaren Produktionsmittel
veranschlagen, unter denen ein so eigenartiges und unbe-
ständiges Element wie die Arbeitskräfte der Bevölkerung am
bedeutsamsten ist. Hiernach wird der Oberste Volkswirt-
schaftsrat die vorhandenen Produktionsmittel unter den wich-
tigsten Zweigen der Volkswirtschaft, ferner durch die Zen-
tralen unter den einzelnen Unternehmungen verteilen, die
Kombination der Produktionselemente in den Betrieben je-
loch den Lokalorganen überlassen müssen.
Bei uns ist die Redensart gang und gäbe geworden: „So-
zialismus ist Rechnungslegung‘. In der Tat: da der soziali-
stische Staat des Mechanismus der Marktpreise ermangelt,
muß er im Besitze eines ungeheuren und ungewöhnlich voll-
kommenen statistischen Apparates sein, der alle Seiten des
Volkslebens umfaßt und elastisch und ununterbrochen funk-
joniert, um alle Veränderungen des sozialen Lebens einzu-
langen. Einen so riesenhaften und teuer arbeitenden statisti-
schen Apparat besitzen aber naturgemäß nicht einmal die
kulturell vorgeschrittensten Staaten des Westens, erst recht
nicht Rußland. Doch wir wollen bei diesen technischen
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