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Augsburgern gerade damals solche Geldgeschäfte waren, zeigt
die Tatsache, dass ihnen der Kaiser bei seiner Anwesenheit
in Augsburg versprechen musste, er werde sie gegen ihren
Willen nicht mehr zu Anleihen heranziehen 1 ). Auf die Dauer
war freilich ein solches Versprechen bei Maximilians beständiger
Geldknappheit nicht zu halten. Als 1513 „die Kriegsleuff der
massen zuegefallen, dass die Kammer einer trefflichen Summe
Geldes notdürftig“ wurde, wandte man sich auch wieder an
Paumgartner. Am 5. Juli schrieb die Regierung an Hans Paum-
gartner, dass man mit ihm bis zu 20 000 fl handeln wolle. Er
solle sich eilends nach Innsbruck verfügen und Geld mit
bringen 2 ). Ob dann wirklich ein Vertrag abgeschlossen wurde,
geht aus den Einträgen des Kopialbuchs nicht hervor. Zu
den Verhandlungen über Geldgeschäfte in den folgenden Jahren
zog Hans Paumgartner auch seinen Sohn Hans bei, da er sich
allmählich vom Geschäft zurückzuziehen beschloss. Wir werden
daher erst weiter unten darauf zurückkommen, wenn wir
Hans Paumgartner d. J. uns zuwenden.
Seit einer Reihe von Jahren erstreckten sich die Bezie
hungen Paumgartners nicht mehr allein auf die mit Maxi
milian I. abgeschlossenen Verträge. Sein kaufmännischer
Blick hatte den Wert der Bergwerke gleich erkannt. Er sah
ein, dass sich sein Einfluss noch bedeutend steigern würde,
wenn er selbst in den Besitz von Gruben käme. Er konnte
dann auf die Silberproduktion regulierend ein wirken und auch
verlangen, dass man auf das von ihm gewonnene Silber zuerst
mit ihm verhandle und Verträge abschliesse. Als einer der
ersten unter den Augsburgern brachte er deshalb einige Gruben
an sich, die er auf seine Rechnung abbauen liess. Bereits im
Jahre 1502 ist er zusammen mit Lucas Gassner Besitzer von
Bergwerken am Falkenstein 3 ), vorher im Jahre 1500 hatte er
auch bei Sterzing sich ins Bauen eingelassen. Der schon ge
nannte Lucas Meuting überwachte die Silbergewinnung. Im
Jahre 1513 lässt sich endlich ein eigenes Hütt- und Schmelz
werk in Paumgartners Besitz in Kundl nach weisen 4 ). Der
l ) Ehrenberg: Zeitalter d. Fugger I S. 92 Anm.
a ) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Missiv ad Caesarem (1513)
fol. 123.
3 ) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Max. XII, 1.
*) Ebenda. Entbieten und Befehl (1513) f. 229.