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webt werden. Erfindergeist, Technik und Geschmack finden hier ein
großes Feld der Tätigkeit. Färberei und Druckerei und die anderen
Veredelungsbetriebe arbeiten großenteils als Lohnindustrie Hand in
Hand mit der Weberei.
Alles, was durch Spinnen, Weben, Färben und Drucken in
Wolle, Leinen und Seide hergestellt wird, wird auch in Baumwolle
gearbeitet und so täuschend nachgeahmt, daß diese oft als Substrat
für Wolle und Seide 1 ) dient. Der billige Preis der Baumwollstoffe
ermöglicht den ärmeren Volksklassen die Anschaffung; künstlerische
Ausführung und Feinheit des Gewebes aber lassen Baumwollwaren
auch den wohlhabenden Klassen als begehrenswert erscheinen.
Schon aus diesen wenigen Bemerkungen erhellt, welche große
Bedeutung unserer Industrie im Leben der Völker zukommt. Auf
dem Wege des Tauschhandels gelangen Baumwolltücher selbst in
die Hände der Naturvölker im entlegensten Winkel der Welt; die
bunten Farben der geringsten Baumwollfetzen verschaffen uns die
Kenntnis neuer Regionen, neuer Genüsse, sie bahnen der Kultur
ihren Weg. i)
i) Über das chemische Verfahren der „Mercerisation“, das der Baumwolle Seiden
glanz verleiht, vgl. A. Oppel, a. a. O. S. 129 ff.