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Am anderen Tage besuchte er uns sehr früh, wir
hatten kaum unser Frühstück beendet. Er trat marmor
bleich herein. Kaum nahm er sich die Zeit, uns zu be
grüßen, als er mich zum Fenster zog und auf das leb
hafteste und ausdrücklichste meine sofortige Einwilligung
zu erzwingen suchte. Er sprach erst leidenschaftlich, dann
zärtlich, seine Stimme vibrierte, als er beteuerte,
daß er ohne mich nicht leben könne. Seine Hitze und
Energie schreckten mich und brachten eine vollständige
Reaktion in meinen Gefühlen hervor; meine Hände
fielen kraftlos herab, ich wurde ganz kalt; der Eindruck des
vergangenen Abends und der Nacht waren vollständig
verschwunden.
Mein Held, mein Lehrer hatte sich in einen ge
wöhnlichen Sterblichen verwandelt, der eigensinnig
von mir das Gefühl begehrte, welches ich für ihn
nicht besaß. In diesem Moment wurde es mir voll
ständig klar.
„Lassalle, ich liebe Sie nicht, ich liebe Sie gar nicht;
enden wir. Sie tun mir leid, aber ich kann nichts anderes
für Sie fühlen als Freundschaft." Und die Tränen
traten mir in die Augen.
„Es ist nicht wahr," schrie er auf. „Heiraten Sie mich,
und Sie werden mich liebgewinnen. Sie werden sehen,
daß Sie mich lieben werden."
„Es ist unmöglich! Täuschen Sie sich nicht unnütz!"
„Ich will das nicht hören! Jetzt will ich Ihre Antwort
nicht. Sie werden daheim, in Rußland, sich nach mir
sehnen; ich nehme hier Ihre Abweisung nicht an."
Er konnte nicht enden. Zu meinem Vater kam der
Botaniker Pritzel, und wir fuhren alle zusammen in die