Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Was  das  Buch  von  S.  Korolenko  anbetrifft,  so  wurde  es  schon  oft
in  der  russischen  Literatur  einer  eingehenden  Kritik  unterzogen.  Sein
Hauptmangel  besteht  darin,  dass  der  Verfasser  ausschliesslich  Mitteilungen
der  Grundbesitzer  benutzt.  Es  ist  also  nicht  zu  verwundern,  dass  die  Ausführungen ­
  S.  Korolenkos  an  derselben  Einseitigkeit  wie  seine  Quellen  leiden.
Ganz  anders  sind  die  Schriften  N.  F.  Annenskys.  Obwohl  auch
N.  F.  Annensky  seine  Artikel  auf  Grund  der  Angaben  des  Ackerbauministeriums ­
  geschrieben  hat,  so  konnte  er  doch  dank  der  von  Tschuprow
empfohlenen  Methode  verschiedene  Fehler  vermeiden  und  die  richtige
Vorstellung  über  die  Lohnsätze  der  Landarbeiter  geben.  Die  beiden
Arbeiten  —  sowohl  das  Buch  Korolenkos,  wie  auch  die  Artikel  N.  F.
Annenskys  —  stellen  eine  Bearbeitung  der  Materialien  bis  zum  Jahre  1892
dar  und  umfassen  eine  zehn-  bis  elfjährige  Zeitperiode.
In  unserer  Arbeit  sind  wir  den  Methoden  A.  J.  Tschuprows  und
Annenskys  gefolgt.  Wir  erachteten  es  für  möglich,  die  Taglohnsätze ­
  am  ausführlichsten  zu  untersuchen,  da  in  Bezug  auf  diese
die  Angaben  am  wenigsten  mangelhaft  und  am  bestimmtesten  sind.  Bei
der  Erörterung  der  Lohnsätze  für  die  nach  der  Körperschaft  unterschiedenen ­
  Arbeiterkategorien  haben  wir  die  Angaben  des  Ackerbauministeriums
für  die  zwanzigjährige  Zeitperiode  1885—1904  benützt.
Angaben  über  die  Akkordlohnsätze  werden  in  den  Jahresberichten
des  Ackerbauministeriums  ausführlich  nur  bis  zum  Jahre  1895  gemacht.
Da  sie  sich  aber  nicht  auf  bestimmte  Arbeiterkategorien  beziehen,  so
fanden  wir  es  zweckmässig,  die  Akkordlohnsätze  ausserdem  noch  auf
Grund  der  ausführlichsten  und  interessanten  Semstwostatistik  zu  untersuchen. ­
  Am  lückenhaftesten  sind  die  Angaben  über  Frist-,  Monats-  und
Jahreslohnsätze.  Diese  Lückenhaftigkeit  erklärt  sich  dadurch,  dass  die
Schwankungen  der  Frist-,  Monats-  und  Jahreslöhne  viel  unbedeutender,
als  die  der  Akkord-  und  Taglöhne  sind,  weswegen  nur  wenige  Mitteilungen
vorliegen.  Für  die  Untersuchung  dieser  Arten  von  Arbeitslöhnen  haben
wir  in  erster  Linie  die  Semstwomaterialien  benützt.
Zur  völligen  Charakteristik  der  von  uns  benützten  Quellen  sei  hier
noch  hingewiesen  auf  die  Art,  wie  die  Angaben  des  Ackerbauministeriums
über  die  durchschnittlichen  Lohnsätze  zu  Stande  gekommen  sind.  Die
durchschnittlichen  Lohnsätze  für  die  Kreise  werden  auf  Grund  der  Mitteilungen ­
  der  Grundbesitzer,  welche  diese  an  das  Ackerbauministerium
machen,  festgesetzt.  Die  Zahl  der  Grundbesitzer,  die  jährlich  die  Mitteilung ­
  machten,  betrug  bis  zum  Jahre  1894  im  Durchschnitt  in  Bessarabien
  106,  im  Gouv.  Cherson  177,  in  Taurien  123,  im  Gouv.  Ekaterinoslaw
  200  und  im  Dongebiete  100.  Nach  dem  Jahre  1894  wurde  die
            
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