Full text: Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Kapitel VI. 
Bestimmungsgründe der Land- 
arbeiterlöhne. 
Es ist leicht zu sehen nach dem, was im Vorangehenden erörtert 
wurde, dass in den neurussischen Gouvernements, in denen die aus 
etwa 24 Gouvernements zuströmenden Wanderarbeiter eine noch immer 
überwiegende Mehrzahl der Landarbeiter bilden, wohin also die Arbeiter 
aus verschiedenen Gebieten resp. aus verschiedenen Gründen kommen und 
wo insbesondere die Landwirtschaft wegen der fortwährend schwankenden 
Ernteergebnisse sich im steten Schwanken befindet, unter solchen Umständen 
es viele und sehr verschiedene Faktoren sind, die die Höhe der Arbeits 
löhne beeinflussen. Alle diese Faktoren zu untersuchen, hiesse die 
allgemeine wirtschaftliche Entwickelung von allen 20 Gouvernements bis 
ins Detail durchgehen, was wir aber teils aus Mangel an Material, 
teils als nicht zu unserer Aufgabe gehörig unterlassen müssen. Wir 
wollen hier nur diejenigen Faktoren untersuchen, die den neurussischen 
Gouvernements besonders eigentümlich sind und die hier, wenn wir 
alle anderen Nebenfaktoren abstrahieren, als vorherrschende und mass 
gebende bezeichnet werden können. 
Schon im ersten Kapitel wurde betont, dass es der Ausfall der 
Getreideernte ist, der in den neurussischen Gouvernements, man kann 
sagen, fast für das ganze wirtschaftliche Leben massgebend ist. ln 
keiner anderen Erscheinung in der Landwirtschaft kommt sein Einfluss 
vielleicht so krass und deutlich zum Ausdruck wie in Bezug auf die 
Arbeitslöhne. Um die Wirkungen des Ernteausfalles zu untersuchen, 
müssen wir die Arbeitslöhne in jeder Arbeitsperiode einzeln betrachten, 
ln den Tabellen LXXXVlil -XC, wo die Arbeitslohnsätze für 20 Jahre, 
1885—1904, auf Grund der Materialien des Ackerbauministeriums an 
gegeben sind, sind auch die Schwankungen der Erntezustände zu 
finden. Indem wir aus den jährlichen Ernteresultaten eine durchschnittliche
	        
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