Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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tatsächlich  herrschenden  Mangel  an  Arbeitskräften  erörtert  und  bewiesen
hat.  Seit  dem  Ende  der  achtziger  Jahre,  auf  die  sich  die  Arbeit  Korolenkos
  bezieht,  sind  etwa  15  Jahre  verflossen;  die  Klagen  über  den
Mangel  an  Arbeitskräften  sind  noch  immer  nicht  verstummt,  während
die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  sich  vollständig  verändert  haben.
Die  Frage,  ob  ein  Mangel  an  Arbeitskräften  in  der  neurussischen
Landwirtschaft  zu  unserer  Zeit  wirklich  besteht,  oder  nicht,  das  zu  untersuchen, ­
  bildet  den  Gegenstand  dieses  Kapitels.
Betrachtet  man  die  Zahl  der  Arbeitskräfte  und  die  Flächengrösse
der  den  Bauern  zugewiesenen  Anteile,  so  ergibt  sich  folgendes  Bild.
Bei  der  extensiven  Wirtschaft  in  der  neurussischen  Landwirtschaft  ist
die  Zahl  der  für  die  Erntearbeiten  nötigen  Arbeitstage  sehr  gross.  Sie
beträgt  in  allen  Gouvernements  mit  Ausnahme  des  Dongebiets  45;  in
dem  letzteren  aber  etwa  39.')  Dagegen  ist  die  Zahl  der  für  Erntearbeiten ­
  pro  1  Dess.  nötigen  Arbeitstage  gering  und  beträgt  im  Durchschnitt ­
  vier  Tage.  Es  ergibt  sich  also,  dass  die  Fläche  des  Ackerlandes,
die  ein  Arbeiter  zur  Zeit  der  Ernte  einzubringen  im  Stande  ist,  ziemlich
gross  ist.  So  beträgt  sie  in  Bessarabien  in  Dess.  11,3,  im  Gouv.
Cherson  11,3,  in  Taurien  12,5,  im  Gouv.  Ekaterinoslaw  11  und  im  Dongebiete
  9,3.  Dies  zur  Zeit  der  Erntearbeiten.  Während  des  übrigen  Jahres
wird  die  der  Arbeitskraft  eines  Arbeiters  entsprechende  Fläche  des  gesamten ­
  Landes  und  insbesondere  des  Ackerlandes  für  alle  nötigen  Feldarbeiten ­
  noch  grösser.
Es  beträgt  die  einer  Arbeitskraft  entsprechende  Fläche  in  Dess.

(Tabelle  XLI!)
in  den
Gouvernements:
Bessarabien
Cherson
Taurien
Ekaterinoslaw
Dongebiet

des  gesamten
Baulandes
19.3
18.3
20,0
21,2
32,0

darunter  des
Ackerlandes
13.6
15,2
15,0
16,5
14.7

Vergleichen  wir  die  Fläche,  die  der  Arbeitskraft  eines  Arbeiters
unter  den  klimatischen  und  wirtschaftlichen  Verhältnissen  Neurusslands
entspricht,  mit  dem  Landanteil,  der  auf  je  eine  Arbeitskraft  tatsächlich ­
  kommt,  so  ergibt  es  sich,  dass  die  erste  die  letzte  übertrifft.

■)  Diese  und  nachfolgende  Angaben  sind  den  «Materialien  der  Regicrungskommission
vom  16.  November  1901»,  dem  «Handbuch  des  Landwirtes»  von  J.  Batalin  und  den
«Materialien  über  die  Landwirtschaft»  vom  Ackerbauministerium  entnommen.
            
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