Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Vergleicht  man  die  Zahl  der  tatsächlichen  arbeitsfähigen  Bevölkerung ­
  mit  der,  die  sein  sollte,  wenn  der  Grundbesitz  jedes  Bauern  der
Arbeitskraft  desselben  entspräche,  so  ergibt  es  sich,  dass  die  tatsächliche ­
  Zahl  der  arbeitsfähigen  Bevölkerung  grösser  ist,  als  die,  welche
unter  den  erwähnten  Umständen  sein  sollte,  und  zwar  in  Bessarabien
um  493,2  taus.,  im  Gouv.  Cherson  um  799  taus.,  in  Taurien  um  232,
im  Gouv.  Ekaterinoslaw  um  752,8  und  im  Dongebiete  um  958,8.  Man
sieht  also,  dass  die  klägliche  Grösse  der  bäuerlichen  Landanteile  eine
grosse  Zahl  von  Arbeitskräften  frei  macht  und  die  Bauern  also  zwingt,
ihre  Arbeitskräfte  irgendwo  ausserhalb  ihrer  eigenen  Wirtschaft  zu  verwenden. ­

Die  wegen  Mangels  an  Land  überflüssig  gewordenen  Arbeitskräfte
finden  ihre  Verwendung  sowohl  in  der  Landwirtschaft,  wie  auch  in  verschiedenen ­
  anderen  Beschäftigungen.  Um  die  Zahl  der  ihre  Verwendung
in  der  Landwirtschaft  und  zwar  in  den  neurussischen  Gouvernements
findenden  Arbeitskräfte  festzustellen,  ist  die  Zahl  derjenigen,  die  ausserhalb ­
  der  Landwirtschaft  beschäftigt  werden,  von  dem  von  uns  erhaltenen
absoluten  Ueberschuss  an  Arbeitskräften  abzuziehen.  Die  Zahl  der
Fabrikarbeiter,  Handwerker  u.  a.,  die  ausserhalb  der  Landwirtschaft  ihre
Beschäftigung  fanden,  betrug  im  Jahre  1900

in  Bessarabien

62  739

«  Cherson

98  822

«  Taurien

60  091

«  Ekaterinoslaw

208  863

«  Dongebiet

110  798

Eine  beträchtliche  Summe  kommt  auch  auf  die  Wanderarbeiter,  die
aus  den  neurussischen  Gouvernements  in  andere  Gegenden  auswandern.
Die  meisten  von  den  Wanderarbeitern  finden  ihre  Beschäftigung  in  der
Landwirtschaft  in  Neurussland  selbst.  Es  sind  die  relativ  hohen  Arbeitslöhne ­
  und  der  grosse  Bedarf  an  Arbeitskräften  in  den  gutsherrlichen
Wirtschaften,  die  die  Mehrzahl  der  Wanderarbeiter  innerhalb  der  neurussischen ­
  Gouvernements  festhält.  Die  Zahl  der  Wanderarbeiter,  die
sich  ausserhalb  der  Landwirtschaft  in  Neurussland  und  ausserhalb  Neurusslands ­
  selbst  zur  Lohnarbeit  verdingen,  könnte  im  Durchschnitt  höchstens
25°| 0  betragen. 1 )  Es  ergibt  sich  also:  Die  Zahl  der  arbeitsfähigen  Be-')

  Siehe:  Warb  a.  a.  D.  —  S.  Korolenko  a.  a.  1).  —  Die  Materialien  der
ersten  russischen  Volkszählung  im  Jahre  1897,  auch  die  Materialien  der  Regierungskommission
  vom  Jahre  1901.
            
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