Full text: Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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dagegen besteht im Qouv. Cherson ein Gleichgewicht und in Taurien 
sogar ein Mange! von 174 taus. 
Unsere Berechnung kann nur als eine annähernde betrachtet werden. 
Verschiedene Kategorien der ländlichen Bevölkerung, die aus verschiedenen 
Gründen sich der landwirtschaftlichen Beschäftigung zuwenden, werden 
in unserer Berechnung nicht in Betracht gezogen, da sie entweder 
nicht genau festzustellen waren oder keine beträchtliche Grösse bildeten. 
Andererseits aber ist auch der Bedarf an Arbeitskräften viel grösser. 
Die Bewirtschaftungsweise in der neurussischen Landwirtschaft und 
die klimatischen Verhältnisse Neurusslands rufen ein grosses Chaos 
in dem Bedarf an Arbeitskräften hervor. Dringlichkeit des Bedürfnisses 
nach Arbeitskräften ist am grössten zur Zeit der Erntearbeiten; manch 
mal ist sie sowohl wegen der Reichlichkeit der Ernte wie auch der 
Witterungsbedingungen so gross, dass ein bedeutender Mangel an Arbeits 
kräften hervorgerufen wird. Auch durch die ungleiche Verteilung der 
ländlichen Bevölkerung, die in einigen Gegenden ziemlich dicht, in anderen 
dagegen sehr dünn ist, wird vieles dazu beigetragen. Am meisten verursacht 
einen strichweisen Mangel an Arbeitskräften der chaotische Zustand der 
Wanderung der Wanderarbeiter. Es sind keine Arbeitsnachweise vor 
handen, die den Bedarf an Arbeitskräften der Oeffentlichkeit mitteilen 
und so die Zuströmung der Wanderarbeiter regulieren könnten. 
Die Zahl der nach Neurussland kommenden Wanderarbeiter beträgt 
im Durchschnitt etwa 5 Millionen Menschen. Die unerträglichen Lebens 
verhältnisse in Zentral-, Südwest- und Kleinrussland jagen eine grosse 
Masse von Bauern aus ihren Heimstätten in die neurussischen Gouverne 
ments. Landhunger, Wachstum der Rückstände, zahlreiche hohe Abgaben 
und Steuern, Mangel an Arbeitsgelegenheit, niedrige Arbeitslöhne, hohe 
Kauf- und Pachtpreise des Bodens, Gebundenheit an die Scholle — dies 
sind die Zustände in der Bauernschaft des grössten Teiles der russischen 
Gouvernements, wodurch eine Masse von Bauern gezwungen wird, als 
Wanderarbeiter nach Neurussland zu wandern, trotz der verschiedenen 
Verbote und Hindernisse, die ihnen bereitet werden, trotz der kläglichen 
Zustände in ihrem Wanderleben und der Ungewissheit über die Verdienste 
in den Gegenden, wohin sie wandern. Die Zustände in Zentral-, Süd 
west- und Westrussland verschlimmern sich mit jedem Jahre und die 
Zahl der nach Neurussland kommenden Wanderarbeiter wird immer 
grösser. Dagegen nimmt auch fortwährend die Zahl derjenigen Wander 
arbeiter zu, die in Neurussland keine Arbeit finden. Wie wir es zu 
beweisen versucht haben — wenn auch nur annähernd — ist der Mangel 
an Arbeitskräften in der neurussischen Landwirtschaft in keinem Falle
	        
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